Unternehmensgründung: Diese Fehler sollten vermieden werden

Die Geschäftsidee ist gut und verfügt sogar über Alleinstellungsmerkmale; flugs wird eine eigene Existenz respektive ein eigenes Unternehmen gegründet. Dass aber letztendlich eine gute Idee alleine nicht reicht, merken viele Neugründer schon innerhalb der Gründungsphase.

 


Fehler in dieser Phase können schon früh dazu führen, dass das Vorhaben einer Unternehmung scheitert. Zudem geben fast die Hälfte aller Existenzgründer spätestens nach fünf Jahren auf. Doch durch eine detaillierte Planung kann das Risiko schwerwiegender Fehler effizient minimiert werden.

 


 

Fehler im Vorfeld: Vernachlässigen von Markt- und Standortanalysen

 

Um als Startup-Unternehmen im Markt erfolgreich bestehen zu können, sollte sich ein Gründer stets sicher sein, dass für sein Produkt genügend Nachfragepotential existiert. Viele Junggründer könnten Zeit und Geld sparen, wenn sie in eine umfassende Marktanalyse investieren würden.

 

Durch fehlende Marktbeobachtungen und -informationen schätzen viele Gründer ihr Kundenpotential und somit die eigenen Erfolgsaussichten nämlich zu hoch ein. Schon im Businessplan sollte deshalb eine Marktanalyse inklusive einer Wettbewerbsanalyse integriert sein.

 

Mit Instrumenten dieser Art lässt sich einerseits die Marktgröße bestimmen, von der wiederum das Nachfragepotential abgeleitet wird. Andererseits gibt sie Aufschluss über Wachstum, Dynamik und Potential des Marktes. Um dabei die Entwicklungsfähigkeit sowie die Zukunftsaussichten des Zielmarktes zu prognostizieren, können mittels einer Wettbewerbsanalyse Markteintrittsbarrieren identifiziert und die Attraktivität der Konkurrenten und des Marktes analysiert werden.

 

Zudem unterschätzen viele Marktteilnehmer die Bedeutung einer Standortanalyse. Dabei sind harte als auch weiche Standortfaktoren zu berücksichtigen:

 

Zu den harten Standortfaktoren zählen Subventionen, Abgaben, Absatzmarkt, Ressourcenverfügbarkeit, Infrastruktur und auch das verfügbare Flächenangebot, und sind aussagekräftig für die Attraktivität eines Standorts.

 

Weiche Faktoren sind schwer messbar und eher subjektiv wahrnehmbar. Beispiele dafür sind u.a. vorhandene Branchenkontakte, technischer Fortschritt, das regionale Image und auch das Bildungsniveau der potentiellen Mitarbeiter.

 

Auch wenn in Zeiten schwindender Kommunikationsgrenzen der Standort für bestimmte Branchen vordergründig eine eher sekundäre Rolle spielt, wird bei genauer Betrachtung doch sichtbar, dass eben dies ein Trugschluss ist. Unternehmen sollten sich an einem Standort ansiedeln, an dem sich ein reger Austausch zwischen Branchen-gleichen Unternehmen ereignet und somit bestimmte Lerneffekte vorweggenommen werden können.

 

Zudem sollte der Standort für potentielle qualifizierte Mitarbeiter wünschenswerte Möglichkeiten bieten und darüber hinaus kulturell attraktiv sein. Dies verdeutlicht, dass die Wahl des Standorts auf einer langfristigen Planung basieren sollte und auf diese Entscheidung weitaus mehr Faktoren einwirken, als im Lehrbuch beschrieben.

 

 

Ohne betriebswirtschaftliche Grundlagen ist ein Scheitern oftmals vorprogrammiert

 

Fehelende betriebswirtschaftlicher Kenntnisse sind ein häufiger Grund für das Scheitern des Unternehmens. Oft ist es eben nicht ausreichend, lediglich ein gutes Gefühl für Geschäfte zu haben. Beim Führen eines modernen Unternehmens ist der Gründer gezwungen, die anfallenden Kosten in eine sinnvolle Kostenstruktur aufzugliedern und anhand dieser zu kalkulieren.

 

Auch die Umsatzerwartungen sollten nicht auf einer grob-überschlagenden Schätzung basieren, sondern so präzise wie möglich auf Basis betriebswirtschaftlich-relevanter Werte ermittelt werden. Irreale Einschätzungen in Bezug auf die Umsatzerwartungen können ein junges Unternehmen sehr schnell an die Grenzen der Belastbarkeit führen.

 

Bei der Preisfindung erscheint es wenig sinnvoll, sich lediglich an die Preise der Konkurrenz anzugleichen. Bei der Preisgestaltung müssen grundsätzlich auch Faktoren wie Unternehmensgröße und -strukturen, Betriebskosten, Mitarbeiterzahl, Marktauftritt und -ausrichtung sowie gebotene Servicedienstleistungen berücksichtigt werden. Die Kostendeckung gilt in vielen Fällen als oberste Priorität.

 

Betriebswirtschaftliches Know-how sollte auch im Hinblick auf steuerrechtliche Fragen, Anforderungen rund um die Personalführung und -struktur oder juristische Feinheiten bei der Vertragsgestaltung vorhanden sein. Wenn der Gründer dieses Know-how fremdbeziehen muss, geht dies dann wiederrum zu Lasten des Budgets. Diese zusätzlichen Kosten werden aber im Rahmen der Finanzplanung oftmals nicht berücksichtigt, was schnell zu einem Finanzloch bzw. einem Liquiditätsengpass führen kann.

 

 

Finanzierungsbedarf und auch mögliche Forderungsausfälle werden unterschätzt

 

Vielfach unterschätzen Jungunternehmer den Finanzierungsbedarf, der bei einem Startup-Unternehmen anfällt. Alleine die Anschaffungskosten für die benötigte Ausstattung sowie die erforderlichen Betriebsmittel sind teilweise beängstigend hoch.

 

Oft unterschätzen Neugründer auch die Belastung aus laufenden bzw. einsetzenden Kredittilgungen. Hinzu kommt, dass Gründer dabei weitaus mehr Geld ausgeben als wirklich nötig wäre. Gerade bei der Büroauswahl werden diesbezüglich Fehler begangen. Es muss nicht sofort ein großes Büro sein, in vielen Fällen kann auch erst einmal mit einem kleinen Büro oder bestenfalls mit einem Home Office gestartet werden.

 

Des Weiteren können Forderungsausfälle einem Neugründer finanziell zusetzen. Wenn nicht genügend Eigenkapital vorhanden ist und verstärkt auf die Finanzierung einer Bank gesetzt worden ist, stehen bei entsprechenden Forderungsausfällen nämlich keine oder zumindest nicht genügend finanzielle Reserven zur Verfügung. Da ein Startup-Unternehmen gerade in der Anfangsphase meistens noch keine Gewinne abwirft und ohne Reserven die Liquidität auf wackligen Beinen steht, können Gründer dann womöglich ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Das Scheitern droht.

 

Eine vom Institut für Mittelstandsforschung veröffentlichte Studie besagt diesbezüglich, dass unbezahlte Rechnungen bzw. Forderungsausfälle rund 60 Prozent der Gründer in die Insolvenz führen.

 

 

Identität & Kommunikation: Sämtliche Kommunikationskanäle effektiv nutzen

 

Die falsche Zusammenstellung des Teams oder das Fehlen einer klaren Firmenphilosophie gelten für den Unternehmenserfolg als essentiell. Daher sollten Gründer bei der Teamzusammensetzung in der Gründungsphase die richtige Balance aus Fachhintergründen, Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften finden. Damit ein Team funktionieren kann, ist genau diese Ausgewogenheit unabdingbar.

 

Ähnlich entscheidend für den Erfolg ist auch eine klare Linie des Gründers bzw. des Unternehmens. Die Unternehmensphilosophie muss sowohl gegenüber Kunden als auch gegenüber Mitarbeitern konsequent kommuniziert und vorgelebt werden. Das Leitmotiv des Unternehmens sollte einer klaren Vision entsprechen und stellvertretend für die Ziele, Visionen, Prinzipien und Werte der Gründer stehen.

 

Ebenso wichtig ist effektives Marketing Auch wenn Leistungen und Produkte noch so einzigartig sind, ohne effektives Marketing wird die potentielle Zielgruppe davon nichts erfahren. Gründer unterschätzen teilweise die Wirkung einer zielgruppenorientierten Marketing-Strategie. Dabei reichen nicht mehr nur die klassischen Werbeformen, in der heutigen Zeit sollten sämtliche Kommunikationskanäle genutzt werden, um auf sich, seine Produkte und Leistungen aufmerksam zu machen.

 

Laut einer Studie nutzen zwei Drittel von 500 befragten Unternehmen Facebook, Twitter und Co. für die Vermarktung von Dienstleistungen und Produkten. Gerade Neueinsteiger können so ihren Bekanntheitsgrad steigern. Allerdings müssen hierfür auch die betriebsinternen Voraussetzungen geschaffen werden. So muss eine effektive Zuteilung der Ressourcen generiert werden und qualitativ und zielgruppenrelevant in den Kanälen kommuniziert werden.

 

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Der Beitrag wurde Ihnen zur Verfügung gestellt vom Haufe Shop. Bei Haufe handelt es sich um einen breitgefächerten Anbieter, der neben komplexer Wirtschafts- und Rechtsliteratur auch beratende und professionelle Softwarepakete im Angebot bereithält und darüber hinaus als Plattform für Komplettlösungen in verschiedenen unternehmerischen und privaten Disziplinen fungiert.

 

 

 

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