06.02.2012
07:51

Schlechte Rahmenbedingungen für Gründer in Deutschland

Laut einer Studie von Ernst & Young sind die Rahmenbedingungen für Gründer in Deutschland schlechter als in anderen G-20-Ländern.

Deutsche Gründer klagen vor allem über schlechte Startbedingungen und über eine mangelnde „Kultur des Scheiterns“.

 

Deutschlands Gründer haben`s schwer

 

Die Startbedingungen sind für Deutschlands Gründer schwieriger als in anderen Ländern. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor.

 

Lediglich 22 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, in Deutschland gute Bedingungen für den Start in die Selbständigkeit vorgefunden zu haben. Im G-20-Schnitt liegt dieser Anteil bei 35 Prozent – also deutlich höher.

 

Als nachteilige Rahmenbedingungen wurden vor allem die hohe Steuerbelastung und die hohen Kosten einer Gründung sowie der hohe bürokratische Aufwand genannt.

 

Da ist es wenig verwunderlich, wenn sich Deutschland bei der Gründerdichte – also dem Anteil junger Unternehmen im Verhältnis zur Einwohnerzahl – nur im unteren Mittelfeld befindet. Je 1.000 Einwohner gibt es in Deutschland im Schnitt nur ein Unternehmen.

 

Ernst & Young meint dazu, dass es wenig verwunderlich sei, denn nur wer Vertrauen in die Rahmenbedingungen hat, ist bereit, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Hier hat Deutschland demnach noch großen Nachholbedarf.

 

Schlechter als Deutschland schnitten bei der Studie nur Südkorea, Russland, Italien und Frankreich ab. Die anderen Länder verfügen somit über bessere Rahmenbedingungen für Gründer.

 

Die besten Rahmenbedingungen für Gründer liefert übrigens Kanada. Kein Wunder, dass dort die Bereitschaft zur Gründung eines Unternehmens deutlich höher ist als in Deutschland.

 

 

Hohe Steuerbelastung für Deutschlands Gründer

 

Einer der Gründe, wieso in Deutschland so wenig Unternehmen gegründet werden, ist laut Studie die hohe Steuerbelastung, derer sich Gründer ausgesetzt sehen. In den letzten fünf Jahren hat sich das steuerliche Klima laut Studie sogar noch verschlechtert.

 

Doch damit nicht genug: Auch bei steuerlichen Anreizen in punkto Investitionen liegt Deutschland im G-20-Vergleich zurück.

 

 

Mangelnde „Kultur des Scheiterns“

 

Was sich in Deutschland ebenfalls beobachten lässt, ist, dass es an einer „Kultur des Scheiterns“ mangelt.

 

Weltweit sehen 44 Prozent der befragten Unternehmer das Scheitern einer Geschäftsidee als Möglichkeit an, daraus wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Nicht so in Deutschland: Ein früheres Scheitern wird von vielen Gründern eher als massives Hindernis beim Start eines neuen Unternehmens angesehen. Dadurch sinkt natürlich ebenso die Bereitschaft zur Gründung eines Unternehmens.

 

Quelle: Ernst & Young

 

 

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