Gründungsförderung in Deutschland

Im heutigen Gastartikel wird überblicksmäßig die Förderlandschaft für Gründer in Deutschland vorgestellt.

Gründer in Deutschland können unter Umständen bis weit über 50.000 Euro an Gründungsförderung erhalten – für Gründer, die bereits einen Businessplan haben, lohnt sich also ein Blick auf die möglichen Fördermittel.

 

 

Eckdaten zum Gründungsgeschehen in Deutschland

 

Daten aus dem Jahr 2010:

  • Selbstständigenquote von 10,5 Prozent
  • 417.000 echte Existenzgründungen (Existenzgründungen minus Umfirmierungen und Tochtergründungen)
  • Positiver Gründungssaldo (Existenzgründungen minus Unternehmensauflösungen) von 14.500 Existenzgründungen
  • Ca. ¾ aller Gründungen mit einem Kapitalbedarf von max. 25.000 Euro
  • 80 Prozent der Existenzgründungen erfolgen als Einzelunternehmen, davon wiederum besaßen 38 Prozent keine deutsche Staatsbürgerschaft
  • 163.000 Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus (2/5 aller echten Gründungen)

 

 

Förderstruktur

 

Was gibt es für Gründer in Deutschland?

  • Beratungskostenzuschüsse: Kostenzuschüsse für professionelle Beratungen vor und nach der Existenzgründung für Gründer und Unternehmer
  • Darlehensförderung incl. Mikrodarlehen: Vergünstigte und risikolose Zinssätze, sowie Haftungsfreistellung für Hausbanken
  • Bürgschaften: Bürgschaften für geförderte Gründer- und Unternehmerkredite
  • Beteiligungen: Beteiligung als stille Beteiligung, keine Geschäftsführung durch den Fördergeber
  • Ersatz der Lebenshaltungskosten (mittels Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld): Gründer aus der Arbeitslosigkeit werden in punkto Ersatz der Lebenshaltungskosten besonders gefördert
  • Beratungsstellen: Ansprechstellen für allgemeine Fragen zur Existenzgründung
  • Gründerfonds: Fonds zur Gründungsförderung wie z.B. der High Tech Gründerfonds für High Tech Gründungen mit erhöhtem Kapitalbedarf
  • Informationsplattformen mit zahlreichen Ratgebern: Lern- und Informationsplattformen für Gründer zur Entwicklung der Kompetenzen in betriebswirtschaftlichen Fragestellungen
  • Büroräume speziell für Gründer: zahlreiche geförderte Büroräume in regionalen Gründerzentren oder allgemein zur Gründungsförderung
  • Regionale Spezialprogramme (50% Förderung für Onlineauftritt, etc.): Förderprogramme auf Kommunalebene, die unterschiedliche Zielgruppen haben können

 

 

Förderinstitute

 

Die wichtigsten Förderinstitute in Deutschland und deren Instrumente zur Gründungsförderung:

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW Bank): Gründungscoaching Deutschland (Beratung nach der Existenzgründung), Gründer- und Unternehmerkredite, Onlineportale
  • Bundesagentur für Arbeit: Gründungszuschuss und Einstiegsgeld (Finanzierung der Lebenshaltungskosten)
  • Förderbanken der einzelnen Bundesländer (jedes Bundesland in Deutschland verfügt über eine eigene Förderbank): Vorgründungsberatung (Beratung vor der Existenzgründung), Gründer- und Unternehmerkredite, Beteiligungs- und Bürgschaftsbanken als Tochtergesellschaften, Beratungsprogramme für Gründer und Unternehmen, Beratungssprechtage
  • Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK): Beratungssprechtage, Onlineportale, Gründerseminare
  • Regionale Wirtschaftsförderung auf Kommunalebene: Beratungssprechtage, Spezialförderprogramme wie z.B. vergünstigte Büroräume und Zuschüsse für den eigenen Onlineauftritt

 

 

Regel für Gründungsförderung in Deutschland

 

Für fast alle Förderprogramme gilt: Zuerst beantragen, Zustimmung abwarten und anschließend starten. Projekte, die bereits gestartet sind, werden nicht mehr gefördert. Es gilt die Devise: informieren, anmelden, starten.

 

 

Fazit zur Gründungsförderung in Deutschland

 

Auch wenn die Anzahl und die Auswahl an Förderinstrumenten recht vielfältig und breit gestreut ist, so wird von Gründern nur ein kleiner teil davon genutzt. Außerdem setzen fast alle Förderungen voraus, dass der Gründer einen gewissen Eigenanteil leistet.

 

Die Bedeutung eines Gründercoachings als Beispiel, wird derzeit leider noch nicht durch jeden Gründer in seiner Bedeutung erfasst. Das zeigen die Zahlen aus dem Jahr 2010 der KfW Bank zu ihrem Programm zum Gründercoaching: Nur knapp 8 Prozent aller Gründer nutzten die Möglichkeit, sich gezielt mit professioneller Hilfe weiterzuentwickeln.

 

 

Über den Autor

 

Der Unternehmensberater Klaus Schaumberger betreibt die Gründerplattform www.existenzgruender-helfer.de – ein bundesweites Beraternetzwerk und betreut Unternehmen und Gründer sowohl in der Gründungs als auch in der Wachstumsphase.

 

 

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