27.09.2011
16:05

So ticken Gründer in der Kreativwirtschaft

Etwa 122.000 Menschen gründeten laut der KfW-Bankengruppe im vergangenen Jahr ein Unternehmen in der deutschen Kreativwirtschaft. Unter Kreativwirtschaft versteht man vor allem Unternehmen in den Bereichen Software und Gaming, Werbung, Kunstgewerbe, Filmwirtschaft und Theater.

Zum ersten Mal hat die KfW-Bankengruppe diese Personengruppe etwas näher untersucht und sie mit Gründern in anderen Branchen verglichen.

 

 

Anteil der Gründungen in der Kreativwirtschaft

 

13 Prozent aller Existenzgründungen in Deutschland sind im Schnitt der Kreativwirtschaft zuzuordnen. Im Jahr 2010 waren das etwas mehr als 120.000 kreative Gründer.

 

Dabei dominieren die Software- und Gamingindustrie sowie die Werbebranche, in denen zusammen in etwa die Hälfte aller Gründungen der Kreativwirtschaft stattfinden.

 

Im Kunstgewerbe und in der Filmwirtschaft sowie im Theatergeschäft wird hingegen eher selten gegründet.

 

 

Eigenschaften von Gründern in der Kreativwirtschaft

 

Gründer in der Kreativwirtschaft sind meist jünger und besser ausgebildet als Gründer in anderen Branchen. Während in den übrigen Branchen knapp ein Viertel der Gründer mindestens ein Fachhochschulstudium abgeschlossen hat, sind es in der Kreativwirtschaft sogar mehr als ein Drittel.

 

Als Standort wird in der Kreativwirtschaft zumeist eine größere Stadt bevorzugt. Kreative Gründungen in ländlichen Bereichen sind hingegen eher selten. Ca. 50 Prozent der kreativen Gründer startet ein Unternehmen in einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern.

 

Gründer in der Kreativwirtschaft starten selten mit Mitarbeitern. Sehr oft beginnen sie ihre berufliche Selbständigkeit im Nebenerwerb – also neben einem fixen Angestelltenverhältnis.

 

Gründungen in der Kreativwirtschaft benötigen in der Regel nicht viel Kapital und weisen somit einen geringen Finanzierungsbedarf auf. Deshalb berichten Gründer in dieser Branche auch selten von auftretenden Finanzierungsschwierigkeiten.

 

Gründer in der Kreativwirtschaft nehmen seltener als andere Gründer Beratungsangebote von selbständigen Beratern und Hausbanken in Anspruch. Dafür informieren sie sich häufiger übers Internet sowie über persönliche Netzwerke wenn es um die Gründung bzw. um die Selbständigkeit geht.

 

Gründungen in der Kreativwirtschaft sind krisensicherer als andere Gründungen. Nach drei Jahren sind noch 79 Prozent aller Unternehmen auf dem Markt. In anderen Branchen liegt dieser Wert bei unter 70 Prozent. Viele kreative Gründer sehen offenbar in ihrer Selbständigkeit nicht nur ihren Beruf sondern sogar ihre Berufung.

 

Gründer in der Kreativwirtschaft sind überdurchschnittlich innovativ. Nach eigener Aussage starten 18 Prozent mit einer Marktneuheit. In anderen Branchen behaupten dies im Vergleich dazu nur 12 Prozent. Auch sonst sind die Gründer in der Kreativwirtschaft laut Studie überdurchschnittlich innovativ.

 

Quelle: Studie der KfW-Bankengruppe

 

 

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