19.08.2011
10:05

Deutschland: Gründungspläne werden sehr oft nicht realisiert

Eine Studie des IfM Bonn zeigt, dass eine beachtliche Zahl von Personen mit konkreten Gründungsplänen diese entweder wieder aufgegeben bzw. auf später verschoben hat.

Vor diesem Hintergrund ist das IfM Bonn der Frage nachgegangen, welche Faktoren für den Abbruch bzw. das Hinausschieben einer Gründung verantwortlich sind.

 

 

Anteil der Abbrecher bzw. Aufschieber

 

Gemäß dem Gründerpanel des IfM Bonn haben immerhin 28 Prozent der Personen mit konkreten Gründungsplänen diese nach bereits einem Jahr wieder aufgegeben und nicht weiterverfolgt. 30 Prozent der stark Gründungsinteressierten haben das Gründungsvorhaben zwar nicht komplett abgebrochen, jedoch vorerst aufgeschoben.

 

Das bedeutet, dass nur 42 Prozent der Personen mit konkreten Gründungsplänen sich innerhalb eines Jahres wirklich selbständig gemacht haben.

 

 

Merkmale von Abbrechern und Aufschiebern

 

Die Gruppe der Abbrecher plante häufiger als die beiden übrigen Gruppen eine Nebenerwerbsgründung statt einer Vollerwerbsgründung. Außerdem rechneten Abbrecher bereits bei der Erstbefragung mit Finanzierungsproblemen. Beim Gründungsvorhaben handelte es sich zudem fast ausschließlich um die erstmalige Gründung eines Unternehmens. Nur wenige Abbrecher hatten bereits vorher einmal ein Unternehmen gegründet.

 

Die Gruppe der Aufschieber zeichnet sich dadurch aus, dass ihnen häufig Branchenerfahrung fehlt. Außerdem rechneten sie öfter als die Gruppe der Gründer mit Finanzierungsproblemen. Den Schritt in die Selbständigkeit planten sie überwiegend aus einer bestehenden Erwerbstätigkeit heraus. Viele der Aufschieber haben zudem bereits irgendwann einmal ein Unternehmen gegründet.

 

Die Gruppe der Gründer zeichnet sich vor allem durch das häufige Vorhandensein von Branchenerfahrungen aus. Auch waren weniger Gründer zum Zeitpunkt der Erstbefragung erwerbstätig als in der Gruppe der Aufschieber und sie planen deutlich häufiger eine Voll- als eine Nebenerwerbsgründung. Finanzierungsprobleme werden recht selten erwartet von Gründern.

 

 

Gründe für den Abbruch bzw. den Aufschub

 

Als mögliche Gründe für einen Abbruch bzw. einen Aufschub der Gründung wurden vor allem drei Faktoren analysiert: Risikoaversion, Finanzrestriktionen und Wissensdefizite.

 

Die Analyse ergab, dass Finanzrestriktionen eher wenig zu einem Abbruch bzw. Aufschub eines Gründungsvorhabens beitrugen.

 

Eine hohe Risikoaversion allerdings erhöht offenbar die Wahrscheinlichkeit, ein Gründungsvorhaben komplett abzubrechen anstatt es weiterzuverfolgen.

 

Umgekehrt erhöhen Wissensdefizite laut Studie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gründungsvorhaben zwar weiterverfolgt, aber auf später verschoben wird.

 

Quelle: IfM-Materialien Nr. 209

 

 

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