14.07.2011
09:29

Frauen gründen anders

Laut einer aktuellen Studie der KfW ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern wenn es um die Gründung eines neuen Unternehmens geht.

Zwei Drittel aller Gründerinnen starten z.B. im Nebenerwerb. Außerdem gründen Frauen zwar kleiner, finanzieren ihr Vorhaben jedoch passgenauer als Männer.

Auch bei den Abbruchquoten der Gründungsprojekte ergeben sich Unterschiede.

 

 

Frauenanteil an den Unternehmensgründungen

 

Im Jahr 2010 machten sich 349.000 Frauen in Deutschland selbständig. Das entspricht ca. 37 Prozent aller Gründenden. Demnach waren also 63 Prozent der deutschen Gründer männlich. Frauen machen sich somit deutlich seltener selbständig als Männer.

 

Den höchsten Frauenanteil an den Unternehmensgründungen in Deutschland gab es übrigens im Jahr 2008. In diesem Jahr waren 41,6 Prozent aller Gründer weiblich.

 

 

Charakteristika der Unternehmensgründungen  

 

Alles in allem starten Frauen in Deutschland laut einer Studie der KfW mit kleineren Projekten in die Selbständigkeit.

 

Einer der Gründe ist, dass Frauen sehr häufig im Nebenerwerb starten (66 Prozent im Schnitt der letzten drei Jahre). Häufig wird der Schritt der Nebenerwerbsgründung wegen des familiären Umfelds gewählt. Zudem komme laut Studie die Nebenerwerbstätigkeit der geringeren Risikoneigung von Frauen entgegen.

 

Doch nicht nur bei der Größe des Unternehmens unterscheiden sich Frauen und Männer. Auch bei der gewählten Branchen zeigen sich deutlich Unterschiede. Frauen starten viel häufiger mit einer persönlichen Dienstleistung, während Männer ihre Projekte meist im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen ansiedeln.

 

Aufgrund der geringeren Unternehmensgröße beschäftigen Gründerinnen natürlich auch weniger Mitarbeiter. 76 Prozent aller Gründerinnen starten sogar gänzlich ohne Mitarbeiter in die Selbständigkeit (bei Männern sind es 64 Prozent).

 

In punkto Finanzierungserfordernissen resultiert daraus natürlich ein deutlicher Vorteil. So weisen 40 Prozent aller Gründerinnen keinen Finanzmittelbedarf auf. Von jenen 60 Prozent, die einen Finanzmittelbedarf aufweisen, können 70 Prozent diesen Bedarf aus eigenen Mitteln decken. Nur 30 Prozent der Frauen benötigen externe Finanzmittel, wovon 78 Prozent wiederum weniger als 25 Tausend Euro benötigen.

 

 

Abbruchquoten von Gründungsprojekten

 

In punkto Abbruchquoten ist ein interessanter Umstand zu beobachten: Frauen brechen ihre Selbständigkeit nämlich häufiger ab als Männer. Während nach drei Jahren noch 74 Prozent der Gründer selbständig sind, gilt dies nur für 64 Prozent der Gründerinnen.

 

Allerdings sind die höheren Abbruchquoten bei Gründerinnen laut KfW primär durch die Projekteigenschaften bedingt. In bereinigten Analysen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede in der Bestandsfestigkeit neugegründeter Unternehmen von Frauen und Männern.

 

Quelle: Studie der KfW

 

 

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