11.05.2011
12:01

Selbständig im Homeoffice – ja oder nein?

In Österreich gibt es mittlerweile über 400.000 Unternehmen, von denen mehr als die Hälfte als EPU (Ein-Personen-Unternehmen) keine Mitarbeiter beschäftigen.

Auch von den über 30.000 neu gegründeten Unternehmen pro Jahr gründen deutlich mehr als 50% ohne Mitarbeiter.

Ich verfüge zwar über keine genauen Zahlen darüber, wie viele dieser Unternehmer und Gründer im Homeoffice arbeiten und wie viele von ihnen ein externes Büro anmieten.

Fakt ist aber, dass der Zukunftstrend immer mehr dahin geht, sich im Homeoffice selbständig zu machen. Dies bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile.

 

 

Homeoffice: Die Vorteile

 

  • Kostenersparnis: Das liegt wohl auf der Hand. Die Arbeit im Homeoffice führt automatisch zu geringeren Kosten. Sie müssen keine teure Miete für Büroräumlichkeiten zahlen. Das reduziert auch automatisch das Risiko der Selbständigkeit und es führt dazu, dass Sie schneller die Gewinnzone erreichen.
  • Keine langen Anfahrtszeiten: Für die Arbeit im Homeoffice müssen Sie nur mal schnell den Raum wechseln und Sie können schon mit Ihrer Arbeit starten. Falls Sie ein Büro anmieten, dann müssen Sie mit gewissen Anfahrtszeiten rechnen, die Sie sich im Homeoffice ersparen.
  • Flexiblere Zeiteinteilung: Im Homeoffice können Sie schnell mal entscheiden an diesem Tag erst später mit der Arbeit zu beginnen, sich den Nachmittag frei zu nehmen, dafür aber am Abend länger zu arbeiten und umgekehrt. In einem eigenen Büro können Sie das zwar auch, durch vielleicht lange Anfahrtszeiten und einem gewissen Kleidungszwang (zu leger sollte es wahrscheinlich in einem externen Büro nicht zugehen) werden Sie sich das aber zweimal überlegen…
  • Mehr Kreativität: Vor allem Künstler und Schriftsteller arbeiten sehr gerne zu Hause. Hier können Sie alles so einrichten, dass Sie sich wohl fühlen. Das kommt vor allem der Kreativität zu gute.

 

 

Homeoffice: Die Nachteile

 

  • Alleinsein: Im Homeoffice fehlen wahrscheinlich Kollegen und Mitarbeiter. Wenn Sie mal an einem Tag keinen Kundentermin haben, dann verbringen Sie unter Umständen den ganzen Tag allein in Ihrem Zimmer. Das liegt sicher nicht jedem.
  • Störungen von außen: Vor allem wenn Sie Familie haben, dann sollten Sie eine Arbeit im Homeoffice genau überdenken. Vielleicht kommen Sie vor lauter Kinderbetreuung gar nicht mehr zum Arbeiten. Gemeint sind durchaus nicht nur die eigenen Kinder, sondern auch die der Nachbarn – Sie haben ja schließlich sowieso Zeit, da Sie ja immer zu Hause sind. Zumindest könnten manche dieser Ansicht sein.
  • Ein Abschalten wird schwierig: Wenn man im Homeoffice arbeitet, dann verschwimmt das Berufliche und das Private immer mehr. Ein Abschalten ist dann fast unmöglich. Man hat dann ständig den Laptop und die Aktenordner im Blickfeld. Viele schaffen es dann nicht mehr, ein richtiges Privatleben zu führen.
  • Die Fremdmotivation fällt weg: Selbständige im Homeoffice sind mehr als alle anderen auf einen hohen Grad an Eigenmotivation angewiesen. Wie alle anderen Selbständigen auch haben Sie keinen Vorgesetzten mehr über sich, der einem Weisungen gibt. Zusätzlich haben Sie im Homeoffice in der Regel auch keine fixen Bürozeiten und die räumliche Trennung fällt auch weg. Wenn Sie nicht aufpassen, dann kann es schon mal passieren, dass Sie sich überhaupt nicht mehr zur konstruktiven Arbeit aufraffen können.
  • Mitarbeiter: Ihr Zuhause ist vielleicht zu klein um Mitarbeiter beschäftigen zu können. Sollte es sich doch einrichten lassen, dann wirft das aber andere Probleme auf. Vor allem wird das Abschalten noch schwieriger. Haben Sie eine Familie, dann können Mitarbeiter richtig störend auf das Privatleben der Familienmitglieder wirken – zumindest dann, wenn es keine klare räumliche Trennung zwischen Privat- und Bürobereich gibt.

 

 

Mein Fazit:

 

Die Arbeit im Homeoffice bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Letztendlich hängt es von einem selbst ab, ob man der Typ fürs Homeoffice ist oder nicht. Manche brauchen einfach ein externes Büro um zwischen Beruf und Privatleben klar trennen zu können und um sich immer wieder aufs Neue zur Arbeit zu motivieren.

 

Andere wiederum erbringen erst im Homeoffice wahre Spitzenleistungen. Sicherlich hängt das auch zu einem großen Teil von der gewählten Branche und der Erfordernis ab, ob Sie Mitarbeiter brauchen oder nicht.

 

 

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Das professionelle Homeoffice“ von Hubert Baumann. Bis 27. Mai 2011 kann man noch an dieser spannenden Blogparade teilnehmen.

 

 

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