12.04.2011
12:33

Deutschland: Migranten gründen häufiger als Einheimische

Laut einer erst kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) machen sich Migranten in Deutschland deutlich häufiger selbständig als der Durchschnitt der Bevölkerung.

 

 

Die Ergebnisse der Studie in Kürze:

 

Die Studie zeigt, dass während der letzten dreieinhalb Jahre 4,2 Prozent der 18- bis 64-Jährigen ein Unternehmen gegründet haben bzw. gerade dabei sind eines zu gründen.

 

Dabei haben Migranten diesen Schnitt bereits deutlich angehoben. Diese neigen nämlich viel häufiger als Einheimische zur Gründung eines eigenen Unternehmens. Immerhin rund sieben Prozent der Migranten in Deutschland haben nämlich im selben Vergleichszeitraum ein Unternehmen gegründet.

 

Allerdings ist die verstärkte Gründungstätigkeit von Migranten oftmals nur eine Reaktion auf ihre vergleichsweise geringen Chancen am Arbeitsmarkt. Dies heißt aber nicht, dass von Migranten neu gegründete Unternehmen weniger erfolgreich sind. Migranten in Deutschland machen vielmehr aus der Not eine Tugend und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands.

 

Ein weiterer Grund für die verstärkte Gründungstätigkeit liegt laut Studie aber auch in dem Umstand, dass Migranten sehr oft aus Ländern stammen, in denen die Selbständigkeit weiter verbreitet ist und einen höheren Stellenwert genießt als in Deutschland.

 

Schlussendlich wird Migranten auch eine höhere Risikoneigung zugesprochen als den einheimischen Deutschen. Zudem sind Migranten oft untereinander besser vernetzt und somit dienen Unternehmer im Bekanntenkreis oft als Rollenvorbilder für den eigenen Gang in die berufliche Selbständigkeit.

 

Mittlerweile hat in unserem wirtschaftlich wichtigstem Nachbarland fast jeder vierte Gründer (23,1 Prozent) einen Migrationshintergrund!

 

Interessant an der Studie ist auch, dass die von Migranten gegründeten Unternehmen im Durchschnitt größer sind als die Unternehmen, die von Einheimischen gegründet wurden. Mehr als 70 Prozent beschäftigen bereits direkt nach der Unternehmensgründung Mitarbeiter, oder beabsichtigen zumindest, Mitarbeiter demnächst einzustellen. Bei einheimischen Gründern liegt dieser Wert bei lediglich knapp 50 Prozent.

 

Einzig der Frauenanteil unter den Gründern ist bei Migranten etwas geringer als bei einheimischen Deutschen. Allerdings ist hier der Unterschied nicht sonderlich groß, weshalb es statistisch nicht ausgeschlossen ist, dass diese Abweichung nur dem Zufall geschuldet ist.

 

 

Die Studie im Detail:

 

Hier klicken: IAB-Kurzbericht 

 

 

Ebenfalls interessant:

 

Deutschland: Weniger Gründungen größerer Unternehmen

 

Deutschland: Zahl der Neugründungen erneut gestiegen

 

 

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