12.11.2010
11:13

Selbständigkeit genießt akzeptablen Ruf in Deutschland

Über die Hälfte der Deutschen (nämlich 56 Prozent der Befragten) hat ein positives Bild von der Selbständigkeit. Trotzdem ist der Schritt in die Selbständigkeit für die meisten keine wirkliche Option.

Nicht einmal die Hälfte jener Deutschen, die eine positive Einstellung zur Selbständigkeit haben, kann sich nämlich vorstellen, sich auch wirklich irgendwann selbständig zu machen.

 

 

Die Einstellung der Deutschen zur Selbständigkeit

 

Die Mehrheit der Deutschen hat zumindest ein grundsätzlich positives Bild von der Selbständigkeit – auch wenn für viele der Schritt in die Selbständigkeit nicht wirklich eine berufliche Option darstellt.

 

56 Prozent der Befragten gaben an, sie seien positiv zur Selbständigkeit eingestellt. 39 Prozent der Befragten gaben hingegen an, sie hätten eine negative Einstellung zur Selbständigkeit. 5 Prozent gaben keine Angaben.

 

Von den 56 Prozent der zur Selbständigkeit positiv eingestellten Personen können sich allerdings nur 42 Prozent wirklich vorstellen, sich irgendwann selbst selbständig zu machen. Die restlichen 58 Prozent der positiv eingestellten Deutschen können sich trotz allem nicht vorstellen, sich selbständig zu machen.

 

 

Bevorzugte Formen der Selbständigkeit

 

Unabhängig von einer konkreten Gründungsabsicht bevorzugen zwei Drittel der Deutschen eine Selbständigkeit im Nebenerwerb. Für gut ein Drittel der Deutschen kommt sogar nur eine Gründung im Nebenerwerb in Frage – eine hauptberufliche Selbständigkeit würden sie hingegen ausschließen.

 

In punkto Mitarbeiter gilt grundsätzlich: je weniger desto besser. 60 Prozent der befragten Deutschen gaben an, lieber alleine zu gründen. Nur 27 Prozent möchten gleich von Start weg Mitarbeiter beschäftigen. 13 Prozent der Befragten gaben auf diese Frage keine Antwort.

 

 

Gründungsmotive in Deutschland

 

In Deutschland sieht man vor allem die zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten als Motiv zur Unternehmensgründung an. 52 Prozent der Befragten gaben dies als Gründungsmotiv an. Ebenfalls als wichtig erachtet werden die Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber (49 Prozent) und die Möglichkeit der Selbstverwirklichung (42 Prozent). Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (30 Prozent) sowie die Rückkehr in den Arbeitsmarkt (20 Prozent) sind da Motive, die nicht mehr so wichtig sind.

 

 

Hürden für den Schritt in die Selbständigkeit

 

Die größte Hürde für eine Unternehmensgründung ist vor allem mangelndes bzw. zu geringes Startkapital (71 Prozent). Viele Deutsche haben auch Angst vor dem Scheitern und machen sich deshalb nicht selbständig (58 Prozent). Viele haben auch mangelnde wirtschaftliche Kenntnisse (52 Prozent) oder scheuen den hohen bürokratischen Aufwand einer Unternehmensgründung (49 Prozent).

 

37 Prozent gaben an, sie hätten keine eigene Geschäftsidee und 33 Prozent der Befragten bemängelten die unzureichende staatliche Förderung. Für ein Viertel der Befragten ist zudem das Beratungsangebot der öffentlichen Stellen unzureichend.

 

 

Deutschland im Europavergleich

 

Im Europavergleich konnte Deutschland nicht allzu gut abschneiden. 56 Prozent stehen der Selbständigkeit zwar grundsätzlich positiv gegenüber, gleichzeitig ist dies aber auch gemeinsam mit Österreich der geringste Wert aller an der Studie teilnehmenden Länder.

 

Damit zeigt sich, dass die Selbständigkeit in Deutschland und in Österreich beileibe nicht den Stellenwert hat, den sie verdient. In Dänemark beispielsweise sehen 89 Prozent der Befragten die Selbständigkeit positiv, gefolgt von Frankreich (79 Prozent) und Großbritannien (74 Prozent). Auch in der Schweiz hat die Selbständigkeit einen höheren Stellenwert als in Deutschland und in Österreich. In der Schweiz bewerten sie 73 Prozent als positiv.

 

 

Das Studiendesign

 

Im Zeitraum von August bis Oktober 2010 wurden 12.510 Frauen und Männer in elf europäischen Ländern zum Thema Selbständigkeit befragt. Die Studienergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung der jeweiligen Länder (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Türkei, Ukraine). Initiator der Studie ist das weltweit tätige Direktvertriebsunternehmen Amway.

 

Quelle: www.zukunft-selbstaendigkeit.de

 

 

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