Für Sie gelesen: Kennzahlen leicht gemacht

Buchrezension zu „Kennzahlen leicht gemacht. Richtig anwenden und interpretieren“ von Hans-Jürgen Probst, erschienen im Redline Verlag 2008

Kennzahlen sollten eigentlich ein unentbehrliches Steuerungsinstrument innerhalb des Unternehmens darstellen. Doch gerade unterjährig werden Kennzahlen nur in den seltensten Fällen ausgewertet. Das ist schade, denn durch eine regelmäßige Auswertung wichtiger Kennzahlen könnte rasch etwas gegen Fehlentwicklungen im Unternehmen getan werden.

 

 

Darum geht´s

 

Das Buch des Autors Hans-Jürgen Probst möchte vor allem folgende Fragen beantworten:

 

Was genau sind Kennzahlen?

 

Wozu sind Kennzahlen eigentlich gut?

 

Worauf sollte bei der Anwendung und Auswertung von Kennzahlen geachtet werden?

 

Welche Kennzahlen sollten überhaupt regelmäßig ausgewertet werden?

 

Das Buch erläutert zu diesem Zweck die wichtigsten und am weitesten verbreiteten Kennzahlen, es erläutert außerdem die wirtschaftlichen Hintergründe und es gibt Hilfestellung bei der Interpretation dieser Kennzahlen.

 

 

Der Inhalt des Buches

 

Die Arbeit mit Kennzahlen

 

In diesem Einführungskapitel werden erstmal die Wissensgrundlagen für die sinnvolle Arbeit mit Kennzahlen geschaffen. Man erfährt hier warum Kennzahlen ermittelt und ausgewertet werden sollten und wie man dies anstellen sollte.

 

Außerdem erhält man hier auch Tipps zum effektiven Arbeiten mit den unterschiedlichsten Kennzahlen. Auch erfährt man hier, dass neben „harten“ Kennzahlen auch „weiche“ Kennzahlen wie z.B. Servicequalität und Mitarbeitermotivation ermittelt werden sollten.

 

Außerdem erhält man bereits hier grundlegende Infos zu Kennzahlensystemen wie beispielsweise dem DuPont-System und zur Analysetechnik. Die volle Aussagekraft erhalten Kennzahlen nämlich erst im Vergleich – über Perioden, Plan-/Ist-Vergleiche und durch Branchenvergleiche.

 

Kennzahlen für die Unternehmensbereiche

 

Nun gelangt man schon zum Hauptteil des Buches. Hier erhält man eine Übersicht zu den wichtigsten Kennzahlen für die Bereiche Finanzen, Marketing und Vertrieb, Materialwirtschaft, Personal und für sonstige Bereiche wie z.B. Forschung und Entwicklung.

 

Finanzen: Hier erfahren Sie näheres zur Erfolgs- und Finanzanalyse eines Unternehmens. Als erstes sollte man hierzu die Daten aus der Bilanz und GuV erstmal bereinigen. Denn: durch gesetzlich erlaubte Gestaltungsspielräume in der Bilanzgestaltung sind oftmals einige Zahlen verzerrt dargestellt in einem Jahresabschluss. Erst nach dieser Bereinigung sollte man daran gehen, die wichtigsten Kennzahlen zu ermitteln. Unter anderem geht es hier um Rentabilitätskennzahlen, Umschlagshäufigkeiten, Vermögens- und Kapitalstrukturen.

 

Marketing und Vertrieb: Auch hier erhält der Leser eine Reihe von Kennzahlen zur Auswahl. Unter anderem zu Marktanteilen, Auftragseingängen, Kundenkennzahlen, etc. Wichtig dabei ist, dass die Kennzahlen zu Marketing und Vertrieb den Kennzahlen zu den Finanzen in den meisten Fällen vorauseilen. Indem man hier also bereits Gegenmaßnahmen bei negativen Entwicklungen trifft, kann man früher reagieren.

 

Materialwirtschaft: Viele Unternehmer behaupten, dass sie nicht im Verkauf den Gewinn machen, sondern im Einkauf. Durch Einsparungen im Einkauf lässt sich nämlich oftmals signifikant an Kosten sparen. Deshalb sind auch Kennzahlen im Bereich der Materialwirtschaft überaus wichtig. Eine Auswahl der wichtigsten Kennzahlen zu diesem Bereich erhalten Sie in diesem Kapitel.

 

Personal: Das Personal ist vor allem im Dienstleistungsbereich der größte Kostenfaktor. Gerade im Dienstleistungsbereich sollte den Personalkennzahlen daher große Beachtung geschenkt werden. Beispielsweise können Umsätze je Mitarbeiter, Krankenstandstage und Lohnkosten je Leistungsstunde ermittelt und ausgewertet werden.

 

Sonstige Bereiche: Unter anderem können auch im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im Umfeld des Unternehmens wichtige Kennzahlen ausgewertet werden.

 

 

Raffinierte Darstellungsmöglichkeiten von Kennzahlen

 

Dieses Kapitel dreht sich um die unterschiedlichsten grafischen Darstellungsformen von Kennzahlen. Unter anderem werden hier die einzelnen Arten von Diagrammen, Cockpitdarstellungen und dergleichen vorgestellt.

 

 

Balanced Scorecard

 

Die Balanced Scorecard ist ein Kennzahlensystem mit dessen Hilfe sich vor allem größere Unternehmen erfolgreich steuern lassen. Was genau es damit auf sich hat, erfahren Sie in diesem Kapitel.

 

 

Fallbeispiel zur Einführung eines Kennzahlensystems

 

Abgerundet wird das Ganze noch mit einem Beispiel zur Einführung eines Kennzahlensystems in einem mittelständischen Unternehmen im Bereich Werkzeugbau.

 

 

Fazit

 

Das Buch eignet sich meiner Meinung nach vor allem für Einsteiger in die Materie, die sich einen ersten Überblick über die Möglichkeiten zur Kennzahlenanalyse aneignen möchten. Außerdem werden Einsteiger auch sehr schön für einzelne Problembereiche und Gefahren zur Fehlinterpretation von bestimmten Kennzahlen sensibilisiert. Dem Profi allerdings wird dieses Buch nicht viel Neues bringen.

 

Das Buch ist recht anschaulich und für Anfänger leicht lesbar geschrieben, weshalb keine Vorkenntnisse über Kennzahlen vorhanden sein müssen, um den Inhalten des Buches folgen zu können.

 

 

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