7 Herausforderungen denen sich Selbständige täglich stellen müssen

Die Selbständigkeit bietet mit Sicherheit viele Vorteile: Man ist sein eigener Chef, hat daher niemandem über einen, der Befehle erteilt. Man kann alles selbst gestalten, hat also alles selbst in der Hand. Wenn man am Vormittag mal ins Kaffeehaus gehen möchte, dann geht man einfach – man muss sich bei keinem Vorgesetzten dafür rechtfertigen, etc…

 

Doch bei aller Euphorie vergisst man oft auf die besonderen Herausforderungen der beruflichen Selbständigkeit. Genau darauf möchte ich aber in diesem Beitrag einmal näher eingehen. Gerade jene, die mit dem Gedanken spielen sich selbständig zu machen, sollten sich auch mit den Herausforderungen der beruflichen Selbständigkeit auseinandersetzen. Nur so kommt es später zu keinen bösen Überraschungen und man wirft nicht völlig entnervt frühzeitig das Handtuch.

 

 

Dies ist ein Beitrag für die Blogparade „Positive und negative Erfahrungen in der Selbständigkeit“ des Selbständig-im-Netz-Blogs. Bei einer Blogparade werden andere Blogger dazu aufgerufen, zu einem bestimmten Thema einen Beitrag im eigenen Blog zu schreiben und diesen Beitrag dann gegenseitig zu verlinken. Die Blogparade läuft noch bis 30.September 2010.

 

 

Herausforderung Nr. 1: Unsicherheit

 

Vor dem Schritt in die berufliche Selbständigkeit sollten Sie sich unbedingt darüber im Klaren sein, dass in Zukunft kein monatlich fixes Gehalt mehr auf Ihrem Bankkonto eingehen wird. Die Selbständigkeit ist immer auch mit einer großen Einkommensunsicherheit behaftet. Wenn Sie also der Typ Mensch sind, der ohne ein fixes Gehalt, das Monat für Monat auf dem eigenen Bankkonto eingeht, nicht leben kann, dann sollten Sie sich das mit dem selbständig machen noch einmal gründlich überlegen. Zumindest sollten Sie eine Fixanstellung vorerst nicht völlig aufgeben und sich lieber nebenberuflich selbständig machen.

 

Doch leider sind nicht nur die monatlichen Zahlungseingänge am Bankkonto mit großen Unsicherheiten behaftet. Auch die Höhe der Ausgaben steht im Vorhinein nicht absolut fest. Kreditzinsen können sich erhöhen, Garantien und Gewährleistungsansprüche können schlagend werden und Rohstoffpreise können steigen.

 

Auch das Risiko einer längeren Krankheit oder gar Invalidität sollte nicht außer Acht gelassen werden. Haben Sie auch in diesen Fällen noch Einnahmen und überlebt das Ihr Unternehmen? Nichtselbständige sind in einem solchen Fall meist besser versorgt als Selbständige.

 

 

Herausforderung Nr. 2: Finanzieller Druck

 

Sie haben zwar finanzielle Vorsorge getroffen und könnten einige Monate ohne Einkommen überstehen? Das ist zwar schon einmal eine gute Voraussetzung, doch bedenken Sie dabei eines: Die meisten Unternehmen erzielen in den ersten Monaten (oder gar Jahren) keine signifikanten Einnahmenüberschüsse mit denen ihre Eigentümer den Lebensunterhalt bestreiten könnten.

 

Doch was ist, wenn Einnahmenüberschüsse sogar länger auf sich warten lassen als ursprünglich geplant, die finanziellen Reserven beinahe aufgebraucht sind und einem die Ehefrau / der Ehemann bereits nörgelnd im Nacken sitzt?

 

Ich glaube nicht wenige Unternehmen scheitern Jahr für Jahr weil der finanzielle Druck (und der Druck des Ehepartners) zu groß geworden ist und man einfach das Handtuch wirft – vielleicht kurz bevor das Unternehmen gute Erträge abgeworfen hätte. Sehr oft ist auch ein direkter Zusammenhang zwischen dem Unternehmenserfolg und dem Haussegen zu erkennen. Ignorieren Sie daher niemals die Einstellung Ihrer Familie zur beruflichen Selbständigkeit und achten Sie vor allem auch auf ausreichende finanzielle Reserven. Nur so können Sie die schwierige Anfangszeit problemlos überstehen.

 

 

Herausforderung Nr. 3: Neukundengewinnung

 

Viele Gründer erträumen sich, dass sie, sobald sie ihr Unternehmen erstmal gegründet haben, die Kunden von selbst auf einen aufmerksam werden und die Produkte / Dienstleistungen nachfragen werden. Doch leider ist dem oftmals nicht so:

 

Erstmal ist man als Gründer nur ein Nobody unter all den bereits etablierten Konkurrenten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich die meisten Gründer keine Gedanken über Alleinstellungsmerkmale machen und man daher zumeist in der heutigen Angebotsflut geradezu untergeht.

 

Natürlich werden Sie als Gründer behaupten, Sie hätten das beste Angebot von allen und dass Sie die beste Qualität auf diesem Planeten bieten. Doch das behaupten alle anderen auch. Der Kunde – fast erschlagen von der Angebotsvielfalt da draußen – denkt sich: „Wenn ich schon die Qualität der Angebote nicht objektiv vergleichen kann, dann gehe ich lieber zum Unternehmen XY, dass es schon seit über 10 Jahren gibt. Wenn andere dort gekauft haben, dann kann ich ja nicht gar so viel falsch machen. Zu dem Neuen gehe ich besser nicht, da weiß ich ja noch nicht wie der ist….“

 

Einzige Lösung aus dem Dilemma: Sie sollten sich als Gründer unbedingt Gedanken über Alleinstellungsmerkmale machen. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Experten zur Erstellung von Businessplänen im Vorfeld der Gründung raten.

 

 

Herausforderung Nr. 4: Eigenmotivation

 

Angestellte haben´s gut. Denen wird zumeist gesagt was sie zu tun haben und dann machen sie es halt. Als Selbständiger haben Sie aber niemandem der Ihnen sagt was Sie zu tun haben. Das sehen viele Selbständige natürlich äußerst positiv, da sie selbst gestalten können und sich in ihrem Tun selbst verwirklichen können.

 

Doch für den einen oder anderen kann dies auch ein großer Nachteil sein. Manche brauchen einfach den Druck von außen um sich selbst zur Arbeit zu motivieren. Selbst jene Unternehmer, die an sich die selbständige Arbeitsweise lieben, würden hie und da ganz gerne von jemandem zur Arbeit angetrieben werden.

 

 

Herausforderung Nr. 5: Zeitmanagement

 

Als Angestellter hat man seinen meist eng begrenzten Aufgabenbereich im Unternehmen. Als Selbständiger ist man auf einmal für alles selbst verantwortlich – besonders wenn man als Solounternehmer in die berufliche Selbständigkeit startet. Das kann einen zeitlich mal schnell eben überfordern und man arbeitet statt der üblichen 40 Stunden in der Woche auf einmal 60 Stunden oder noch mehr. Natürlich schlägt sich das auch wieder auf das Privatleben.

 

Als Selbständiger sollten Sie daher lernen Ihre Zeit besser zu managen. Sie sollten lernen einmal Nein zu sagen, zu delegieren, Prioritäten zu setzen und vieles andere mehr. Das ist am Anfang gar nicht so leicht.

 

 

Herausforderung Nr. 6: Verschmelzung von Beruf und Privatleben

 

Dies hängt unmittelbar mit dem vorigen Punkt zusammen. Da Sie auf einmal für alles selbst verantwortlich sind, was im Unternehmen vor sich geht bzw. nicht vor sich geht, neigen Unternehmer dazu, Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Ganz schlimm ist dies natürlich immer dann, wenn sich das Büro zu Hause befindet, man also vom Homeoffice aus arbeitet.

 

So schafft man es nie richtig abzuschalten, man hat ständig den Laptop und die Aktenordner im Blickfeld, das Privathandy ist natürlich gleichzeitig das Firmenhandy und Kunden werden vielleicht nach Hause zur Beratung eingeladen – während Frau / Mann und Kind sich natürlich möglichst ruhig verhalten sollten. Man möchte ja schließlich einen positiven Eindruck bei seinen potentiellen Kunden hinterlassen.

 

 

Herausforderung Nr. 7: Mitarbeiter

 

Denken Sie mal zurück. Ist es vorgekommen, dass es irgendwo bei Ihrer täglichen Arbeit gespießt hat? Wo sind Sie dann hingegangen? Haben Sie das Problem immer selbst gelöst oder haben Sie Ihren Chef / Vorgesetzten kontaktiert und Ihm das Problem „ausgehändigt“? So nach dem Motto: „Aus den Augen aus dem Sinn“.

 

Das ist etwas was ich in unserem Unternehmen sehr häufig beobachte. Es gibt irgendwo ein kleineres oder größeres Problem / ein Missverständnis mit einem Kunden, dem Finanzamt oder der Gebietskrankenkasse (mit unserem Unternehmen meine ich eine Steuerberatungskanzlei). Wo glauben Sie wird das Ganze abgeladen? Natürlich! Beim Chef, der soll sich darum kümmern. Sobald das erledigt ist kann man schließlich wieder zu seiner eigentlichen Arbeit zurückkehren und braucht sich darum nicht weiter zu kümmern.

 

Doch nicht nur das ist in punkto Mitarbeiter eine Herausforderung. Mitarbeiter möchten auch bei Laune gehalten und motiviert werden und sie möchten natürlich auch wissen was zu tun ist. Außerdem gibt es naturgemäß immer mal wieder Missverständnisse.

 

 

Natürlich hoffe ich jetzt nicht, dass ich Ihnen den Traum von der Selbständigkeit gründlich vermiest habe. Doch ich glaube einfach, dass man auch die Schattenseiten und Herausforderungen der beruflichen Selbständigkeit ansprechen sollte, damit Gründer nicht mit falschen Erwartungen in die Selbständigkeit wechseln.

 

 

 

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