19.08.2010
11:58

Was treibt Jungunternehmer an? Eine Studie zu kulturellen Unterschieden in punkto Gründungsmotiven

Die Universität Bayreuth hat dieser Tage eine Studie veröffentlicht, die kulturelle Unterschiede in punkto Gründungsmotiven aufzeigen soll. Befragt wurden dabei 630 Studierende, die an MBA-Programmen teilnehmen.

 

Die Befragung erstreckte sich auf vier Länder, die große kulturelle Unterschiede aufweisen, nämlich auf Deutschland, Polen, Syrien und die USA.

 

 

Freiheit und Unabhängigkeit

 

Die Studie der Universität Bayreuth zeigt, dass vor allem in den USA aber auch in Polen die individualistische Lebenseinstellung vorherrschend ist. In diesen beiden Ländern verstärkt ein überdurchschnittlicher Individualismus (also vor allem das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit) nicht den Gründerwillen.

 

Anders sieht da die Situation in Syrien, vor allen Dingen aber in Deutschland aus. Hier zählt das Kollektiv viel mehr als in den USA, wodurch das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit des Einzelnen seinen Willen zur Gründung eines Unternehmens deutlich verstärkt. Persönlicher Individualismus verstärkt hier also offenbar den Wunsch vieler Deutscher, sich durch berufliche Selbständigkeit vom gesellschaftlichen Umfeld abzugrenzen.

 

 

Macht- und Statusunterschiede

 

Hier zeigte sich, dass vor allem in den USA und Polen Statusunterschiede ein starkes Motiv für die Gründung eines eigenen Unternehmens sind. In diesen Ländern neigen Leute nämlich dazu, derartige Unterschiede als wichtig anzuerkennen. Eine selbständige Tätigkeit wird hier von der Bevölkerung sehr geachtet, weshalb es in diesen Ländern eines der großen Motive ist, sich selbständig zu machen.

 

In Deutschland und Syrien wiederum spielt es keine so große Rolle. Im Gegenteil: Da hier Macht und Status von der Gesellschaft nicht sehr anerkannt sind, kann es den Gründungswillen sogar noch dämpfen.

 

 

Selbstüberforderung

 

Laut Studie kommt es in Deutschland, Polen und Syrien häufig vor, dass sich potentielle Gründer von der Aufgabe, ein eigenes Unternehmen zu gründen und in der Folge erfolgreich zu leiten, überfordert fühlen und sich deshalb den Schritt in die Selbständigkeit erst gar nicht zutrauen.

 

In den USA ist dies anders. Hier fühlen sich Gründer offenbar nicht von der anstehenden Aufgabe überfordert. Es dämpft somit nicht ihren Gründungswillen.

 

 

Selbstverwirklichung

 

Vor allem in den USA treibt das Streben nach Selbstverwirklichung viele in die berufliche Selbständigkeit. In allen anderen Ländern ist das Streben nach Selbstverwirklichung zwar nicht sehr stark ausgeprägt, es fördert aber auch hier tendenziell den Gründungswillen.

 

 

Quelle: Pressemitteilung der Universität Bayreuth

 

 

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