Gründerlexikon: Cashflow

Vielen Jungunternehmern ist es mitunter ein Rätsel: Sie schreiben laut Buchhaltung Monat für Monat Gewinne; trotzdem geht der Guthabensstand am Bankkonto immer weiter zurück oder rutscht sogar ins Minus.

 

Der Grund: Auch wenn ein Gewinn erzielt wird, heißt das noch lange nicht, dass auch der Cashflow positiv sein muss.

 

Hier erfahren Sie, was es mit dem Cashflow auf sich hat:

 

 

Sinn des Cashflows

 

Der Cashflow ist eine Messgröße, welcher die Nettozu- und -abflüsse einer Periode darstellt. Damit lässt sich die Innenfinanzierungskraft und damit die Liquidität und finanzielle Gesundheit eines Unternehmens beurteilen.

 

Der Gewinn hingegen gibt keinerlei Aufschlüsse über die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens. Der Gewinn misst sich nämlich einzig und allein aus den buchhalterischen Erträgen und Aufwendungen. Doch Erträge und Aufwendungen können einerseits zu einer Zahlung führen, aber umgekehrt auch nicht zu einer Zahlung führen, wie dies beispielsweise bei Zuschreibungen und bei Abschreibungen der Fall ist.

 

Bei Berechnung des Cashflows werden jedoch nur zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge berücksichtigt. Somit sieht man auf einen Blick, ob es während einer Periode zu Nettozuflüssen oder aber zu Nettoabflüssen gekommen ist und ob Handlungsbedarf besteht.

 

Der Cashflow zeigt nämlich, ob die selbst erarbeiteten Mittel ausreichen, um die Liquidität und damit die Existenz des Unternehmens langfristig sichern zu können

 

 

Ermittlung des Cashflows

 

Der Cashflow kann direkt oder indirekt ermittelt werden:

 

  • Direkte Ermittlung: Hierbei werden von den zahlungswirksamen Erträgen einer Periode alle zahlungswirksamen Aufwendungen subtrahiert.
  • Indirekte Ermittlung: Bei der indirekten Ermittlung des Cashflows werden nicht zahlungswirksame Aufwendungen wie Abschreibungen und Erhöhungen der Rückstellungen zum Gewinn hinzugezählt und nicht zahlungswirksame Erträge abgezogen.

 

Für den externen Betrachter, der einen Jahresabschluss analysieren möchte, ist im Grunde nur die indirekte Ermittlung des Cashflows möglich.

 

 

Indirekte Ermittlung des Cashflows

 

Nun gibt es aber mehrere Arten den Cashflow indirekt zu ermitteln:

 

  • Praktikermethode: Die einfachste Art den Cashflow zu ermitteln ist die Praktikermethode, die einen ersten Anhaltspunkt über die Liquidität und finanzielle Gesundheit eines Unternehmens gibt. Dabei werden zum Gewinn Abschreibungen und Erhöhungen bei den Rückstellungen addiert und Zuschreibungen und Verminderungen bei den Rückstellungen subtrahiert. Der Grund ist einleuchtend: Abschreibungen und Rückstellungen stellen buchhalterisch zwar einen Aufwand dar, führen aber nicht zu einer Auszahlung an liquiden Mitteln.
  • Kapitalflussrechnung: Dabei wird ein separater Cashflow für drei Bereiche ermittelt, nämlich ein Cashflow für die laufende Geschäftstätigkeit (auch operativer Cashflow genannt, welcher neben Abschreibungen und Rückstellungen auch Änderungen in den Forderungen und Verbindlichkeiten berücksichtigt), ein Cashflow aus der Investitionstätigkeit (welcher Investitionen und Verkäufe von Anlagevermögen berücksichtigt) und ein Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (welcher Einzahlungen von Eigenmitteln, Kreditaufnahmen und Kreditrückzahlungen berücksichtigt). Damit ist ersichtlich, für was der Cashflow im Unternehmen aufgebraucht wird.

 

Daneben gibt es noch viele weitere Arten der indirekten Berechnung des Cashflows. Diese beiden sind aber am gebräuchlichsten.

 

 

Der Free Cashflow als Schlüsselzahl

 

Banken haben großes Interesse am Cashflow. Dadurch sehen diese nämlich, ob sich das Unternehmen einen Kredit leisten kann oder nicht. Die Banken interessiert vor allem, welche Schuldenlast Ihr Unternehmen theoretisch tragen könnte.

 

Ausgangspunkt hierfür ist vor allem der Free Cashflow. Dieser Free Cashflow ist der operative Cashflow addiert um den Cashflow aus der Investitionstätigkeit.

 

Der Free Cashflow kann grob gesagt für vier Dinge verwendet werden:

 

  • Ausschüttung als Gewinn
  • Einbehaltung und Nutzung als Reserve für später
  • Zinszahlungen und Kredittilgungen
  • Zahlung der Steuern

 

 

Der Cashflow im Rahmen der Jahresabschlussanalyse

 

Vor allem zwei Kennzahlen sind es, für die der Cashflow gerne herangezogen wird:

 

  • Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren: Die Schuldentilgungsdauer sagt aus, nach wie vielen Jahren das Unternehmen aus eigener Kraft theoretisch im Stande wäre, seine gesamten Schulden abzubezahlen. Zur Berechnung werden vom Fremdkapital die flüssigen Mittel abgezogen. Danach wird vom Ergebnis der Cashflow dividiert. Normalerweise wird hierzu der Cashflow gemäß Praktikerformel verwendet.
  • Cashflow in Prozent der Umsatzerlöse: Hierbei wird der Cashflow durch die Umsatzerlöse dividiert und mal hundert multipliziert, um einen Prozentsatz zu erhalten. Auch hier wird der Cashflow gemäß Praktikerformel zur Berechnung herangezogen.

 

 

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