24.06.2010
12:52

In der Krise nimmt die Zahl der Neugründungen in Deutschland deutlich zu

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der KfW-Bankengruppe. Somit dürfte die Krise vor allem immer mehr Arbeitslose in Deutschland zur Neugründung eines Unternehmens verleiten.

 

 

Vor allem Arbeitslose, die seit über einem Jahr arbeitslos gemeldet waren, machen sich in Deutschland vermehrt selbständig. Anscheinend dürfte die Arbeitslosigkeit bei vielen dazu führen, sich intensiver nach Möglichkeiten für eine Neugründung umzusehen. Sehr oft entspringen daraus dann auch konkrete Geschäftsideen und ein Unternehmen wird gegründet.

 

Auch wenn die veröffentlichten Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind, zeichnet sich dennoch ein klarer Trend zu vermehrten Neugründungen durch Arbeitslose in Krisenzeiten ab. Laut der KfW betrug der Anteil von zuvor arbeitslos gemeldeten Gründern ca. 20 Prozent. Vor allem Langzeitarbeitslose ließen sich auf die Möglichkeit der Neugründung ein.

 

Gründe hierfür werden vor allem in dem Umstand gesehen, dass Arbeitslose mit geringem Einkommen, einem niedrigeren sozialen Status und geringerer beruflicher Selbstbestimmung klarkommen müssen. Darüber hinaus finden viele Arbeitslose in der Krise trotz intensiver Suche keinen neuen Arbeitsplatz. Die Neugründung eines Unternehmens liegt da häufig nahe.

 

Glücklicherweise begreifen viele der arbeitslosen Gründer die Selbständigkeit aber nicht nur als Ausweg aus der Not sondern auch als Chance. Denn: gerade die persönliche Einstellung ist für den Gründungserfolg besonders wichtig. Erfolgversprechend ist eine Neugründung immer dann, wenn der Gründer den Schritt in die Selbständigkeit voll bejaht und motiviert ist.

 

Laut dieser Studie starteten 872.000 Personen im Jahr 2009 – und damit um 10 Prozent mehr als 2008 – in die Selbständigkeit. Allerdings ist diese Zahl mit Vorsicht zu genießen. Für die Berechung dieser Zahl wurden nämlich Personen befragt und die Ergebnisse wurden für die gesamte Bundesrepublik Deutschland hochgerechnet. Außerdem ist von Gründern und nicht von Gründungen die Rede. Mitunter können sich für eine Neugründung mehrere Gründer finden. Aus diesen Gründen weicht die Zahl auch eklatant von der veröffentlichten Gründungzahl des ifm-Bonn ab. Dort ist die Rede von 412.600 Neugründungen im Jahr 2009 in Deutschland (siehe Zahl der Existenzgründungen 2009 in Deutschland).

 

Details: KfW Gründungsmonitor 2010 

 

 

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