15.06.2010
08:06

Eurobarometer-Umfage zum Unternehmertum: Deutschland und Österreich im EU-Vergleich (1)

Eine zu Beginn des Monats vorgestellte Eurobarometer-Umfrage hatte die Einstellungen zum Unternehmertum in der EU zum Inhalt. Wie dabei Gründer und die Öffentlichkeit in Deutschland und in Österreich im Vergleich zum EU-Durchschnitt denken, können Sie hier nachlesen.

 

 

Die Einstellung zum Unternehmertum

 

45% aller EU-Bürger würden gerne ihr eigener Chef sein. 49% der EU-Bürger wiederum gaben an, lieber angestellt als selbständig zu sein.

 

In Deutschland sagten 41 Prozent der Befragten, sie würden lieber selbständig sein. 56 Prozent meinten, sie wären lieber angestellt.

 

Für Österreich ergibt sich ein ähnliches Bild: 41 Prozent möchten lieber selbständig sein, wohingegen 55 Prozent lieber angestellt sind.

 

Damit schneiden Deutschland und Österreich in Bezug auf das Bestreben selbständig zu sein deutlich schlechter ab als der EU-Schnitt.

 

 

Die Gründe für die Selbständigkeit / Nichtselbständigkeit

 

40% der befragten EU-Bürger nannten als Grund für die Nichtselbständigkeit, dass sie so ein laufendes fixes Gehalt beziehen würden. Als Selbständiger wäre die Regelmäßigkeit des Einkommens nicht gegeben. Die höhere Jobsicherheit wurde von 35 Prozent als Grund gegen die Selbständigkeit genannt. Weitere Gründe für das Angestelltendasein: fixe Arbeitszeiten (16%) und eine höhere soziale Absicherung (13%).

 

Als Grund für die Selbständigkeit wurde von den EU-Bürgern vor allem eine höhere persönliche Freiheit und die Möglichkeit der Selbstverwirklichung genannt (68%). Auch die Freiheit den Arbeitsort und die Arbeitszeit selbst bestimmen zu können sind wichtig bei der Entscheidung für die Selbständigkeit (35%). Die Möglichkeit eines höheren Einkommens ist da schon etwas abgeschlagen an dritter Position (20%).

 

In Deutschland ist 39 Prozent ein regelmäßiges fixes Gehalt wichtig. Die höhere Jobsicherheit wurde nur von 12 Prozent genannt (gegenüber 35% im EU-Schnitt). Fixe Arbeitszeiten wurden in 17 Prozent der Fälle als Grund für das Angestelltendasein genannt, die höhere soziale Absicherung in 16 Prozent der Fälle.

 

Als Grund für die Selbständigkeit gaben 73 Prozent der Deutschen die höhere persönliche Freiheit und die Möglichkeit der Selbstverwirklichung an. Nur 21 Prozent der Befragten Deutschen ist eine freie Arbeitsort- und Arbeitszeitwahl wichtig. Nur 12 Prozent der Deutschen würden aufgrund der Möglichkeit des höheren Einkommens selbständig sein wollen.

 

In Österreich ist die Lage ähnlich wie in Deutschland. Das fixe Gehalt ist hier in 38 Prozent der Fälle ein Grund für die Bevorzugung des Angestelltendaseins. Die Jobsicherheit wird in 11 Prozent der Fälle genannt. Fixe Arbeitszeiten sind nicht so wichtig wie in Deutschland – der Wert liegt hier nur bei 11 Prozent. Der Wert für die soziale Absicherung im Angestelltendasein liegt in Österreich bei 15 Prozent.

 

69 Prozent der befragten Österreicher ist die persönliche Freiheit und die Möglichkeit der Selbstverwirklichung ein Anreiz für die Selbständigkeit. Die Wahl der Arbeitszeit und des Arbeitsortes ist nur 24 Prozent der Österreicher wichtig. Bessere Einkommensmöglichkeiten sind nur in 14 Prozent der Fälle ausschlaggebend.

 

 

So werden Unternehmer in der Öffentlichkeit gesehen

 

87 Prozent aller EU-Bürger glauben, dass Unternehmer Jobs kreieren, die für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wichtig sind. In Deutschland sind 89 Prozent dieser Meinung und in Österreich sogar 90 Prozent.

 

Im EU-Schnitt glauben 78 Prozent der Befragten, dass Unternehmer neue Produkte entwickeln und wir davon alle profitieren. In Deutschland sind 82 Prozent der Befragten dieser Ansicht und in Österreich 84 Prozent.

 

54 Prozent der Befragten glauben, dass Unternehmer nur auf sich und die eigene Brieftasche schauen und dass ihnen der Rest ziemlich egal ist. In Deutschland sind 47 Prozent dieser Ansicht und in Österreich nur 46 Prozent.

 

49 Prozent der Befragten EU-Bürger bemängeln, dass Unternehmer die Angestellten nur ausbeuten würden. In Deutschland glauben dies vergleichsweise nur 37 Prozent und in Österreich 35 Prozent.

 

Fortsetzung folgt…

 

 

Die gesamte Studie: Eurobarometer-Umfrage 2009 (6 MB)

 

 

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