29.04.2010
09:53

Das Gründungsgeschehen in Deutschland

Es ist an der Zeit, unseren Blick einmal auf unser wichtigstes Nachbarland Deutschland zu richten und dort das aktuelle Gründungsgeschehen zu durchleuchten. Darüber hinaus finde ich auch die Entwicklung des Gründungsgeschehens in Deutschland während der letzten Jahre sehr interessant.

 

Bedeutung mittelständischer Unternehmen

 

Ähnlich wie in Österreich sind auch in Deutschland die Klein- und Mittelbetriebe sehr wichtig für die Wirtschaft. Laut dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sind 99,7% aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen dem KMU-Bereich zuzuordnen. Diese Unternehmen sind verantwortlich für ca. 70% der Arbeitsplätze, für 83% aller Ausbildungsplätze und für knapp die Hälfte der Nettowertschöpfung.

 

Unternehmensgründungen im Zeitablauf

 

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist 2008 erstmals seit 1990 auf unter 400.000 gesunken. Besonders problematisch an dieser Zahl ist, dass die Anzahl an Unternehmensliquidationen in Deutschland im Jahr 2008 412.000 betragen hat. Damit überstieg die Anzahl an Liquidationen nach langem wieder die Anzahl an Unternehmensgründungen. Für 2009 kann allerdings wieder mit einem positiven Saldo an Unternehmensgründungen gerechnet werden (sobald die neuen Zahlen hierzu vorliegen, werde ich natürlich darüber berichten).

 

2003 wurden ca. 509.000 Unternehmen in Deutschland gegründet, 2004 waren dies sogar fast 573.000. Danach ging es mit den Unternehmensgründungen in Deutschland beständig bergab. 2005 rutschte diese Zahl auf 495.450, 2006 auf 471.300 und 2007 auf 426.000. 2008 erreichte die Anzahl an Unternehmensgründungen in Deutschland ein 18-jähriges Tief mit ca. 399.000 Neugründungen.

 

Unternehmensgründungen nach Alter

 

Die meisten Gründer waren im Jahre 2007 zwischen 25 und 44 Jahren alt – genauer gesagt betrug der Anteil dieser Altersgruppe unter den Gründern 58,9%. Immerhin 17,8% der Gründer waren zwischen 18 und 24 Jahre alt. 23,3% waren bereits 45 oder älter.

 

Unternehmensgründungen nach Geschlecht

 

Nur etwa ein Drittel aller Unternehmer in Deutschland sind Frauen - die Tendenz ist jedoch steigend. Seit den 70er Jahren hat sich dieser Anteil sogar ungefähr verdreifacht. 2008 wurden bereits 41,4% aller neuen Unternehmen von Frauen gegründet, 2004 lag dieser Anteil erst bei 35,8%.

 

Bei den Nebenerwerbsgründungen haben Frauen in Deutschland aber längst die Nase vorn. Hier lag der Frauenanteil 2008 bei 64%. Der Grund hierfür ist mit Sicherheit das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

 

Quelle: Zeitschrift Gründerzeiten des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

Ausgabe Juni 2009

Ausgabe November 2009

 

 

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