Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 17: Beraterwahl

Als Gründer müssen Sie sich mit Fragen und Problemen beschäftigen, die Sie zumeist alleine nicht oder nur mit hohem Zeitaufwand lösen können. Zum Glück gibt es aber eine ganze Reihe von Beratern, die Sie bei der Unternehmensgründung unterstützen können.

 

Der Beratung kommt insbesondere eine große Bedeutung zur Verringerung des Risikos einer Unternehmensgründung zu. Doch leider lassen sich die Qualitäten von Beratern nur schwer abschätzen. Außerdem stellt sich die Frage, welche Berater Sie überhaupt benötigen. Hierzu möchte ich Ihnen kurz einige Anregungen bieten.

 

Die Wirtschaftskammer

 

Die Wirtschaftskammer ist sicherlich eine sehr gute Anlaufstelle für den zukünftigen Unternehmer. Hier bekommen Sie alles nötige, was Sie für die Gebühren- und Abgabenbefreiungen im Sinne des Neugründungsförderungsgesetzes brauchen (siehe hierzu auch News Steuern & Recht: „Das Neugründungsförderungsgesetz“ vom 15. Mai 2009). Außerdem erhalten Sie hier Informationen rund um die Gewerbeanmeldung und eine eventuell nötige Betriebsanlagengenehmigung (siehe hierzu auch „Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 10: Gewerberecht und Betriebsanlage“ vom 11. Juli 2009).

 

Unser Tipp: Darüber hinaus bietet die Wirtschaftskammer auch speziell geförderte Beratungen für Gründer und Übernehmer an. Hierzu kooperiert man mit selbständigen Unternehmensberatern, die dann die Beratung durchführen. Teilweise ist die Beratung sogar mit bis zu 100% gefördert! Hiervon sollten Sie also auf jeden Fall Gebrauch machen.

 

Der Unternehmensberater

 

Hier gibt es unseres Erachtens sehr große Unterschiede in der Qualität und im Preis. Leider herrscht hier das Problem einer äußerst geringen Markttransparenz des Beratungsangebotes. Es fehlt beispielsweise an einheitlichen Qualitätsstandards und auch an einheitlichen Ausbildungen.

 

Unser Tipp: Nutzen Sie das Angebot der geförderten Berater der Wirtschaftskammer. Besteht darüber hinaus weiterer Beratungsbedarf, dann können Sie diesen immer noch decken. Legen Sie dann die Honorarhöhe des Beraters aber schon im Vorhinein fest. Meist weiß der Berater schon im Voraus wie lange er ungefähr für ein solches Beratungsprojekt brauchen wird und kann dann einen Pauschalpreis festlegen. Manche tun dies sowieso bereits von sich aus.

 

Der Steuerberater

 

Der Steuerberater ist sehr häufig neben der Wirtschaftskammer die erste Anlaufstelle für den Gründer. Das ist auch sicher gut so. Er kümmert sich um die Anmeldungen und Formalitäten beim Finanzamt und bei der Sozialversicherungsanstalt bzw. bei der Gebietskrankenkasse. Darüber hinaus kümmert er sich um die laufende Buchhaltung und die Lohnverrechnung.

 

Ein Vorteil bei den Steuerberatern ist, dass es – anders als bei den Unternehmensberatern – einheitliche Qualitätsstandards und vor allem eine einheitliche Ausbildung gibt. Somit ist ein gewisses Know-how des Steuerberaters sichergestellt. Das Risiko an einen schlechten Steuerberater zu kommen, ist demnach weitaus geringer. Trotzdem gibt es auch hier Unterschiede.

 

Sind Sie beispielsweise betriebswirtschaftlich gänzlich unerfahren, dann wäre es ratsam, sich einen Steuerberater zu suchen, der Sie auch wirtschaftlich berät und unterstützt. Kennen Sie sich in diesen Dingen jedoch selbst sehr gut aus, dann brauchen Sie eventuell nur jemanden, der Ihnen die laufenden Buchhaltungsarbeiten erledigt. Je nach Bedarf kann daher die optimale Auswahl Ihres Steuerberaters anders ausfallen.

 

Unser Tipp: Brauchen Sie regelmäßige Unterstützung in wirtschaftlichen Angelegenheiten, dann investieren Sie durchaus einige Zeit bei der Suche des „optimalen“ Steuerberaters. Vertrauen Sie dabei nicht einfach nur auf Empfehlungen von anderen Unternehmern. Deren Bedarf kann nämlich gänzlich anders sein als der Ihre. Auch wenn der jeweilige Steuerberater gut ist für Unternehmer X, so muss er dies nicht unbedingt auch für Unternehmer Y sein. Definieren Sie lieber einige für Sie wichtige Kriterien, die Ihr zukünftiger Steuerberater unbedingt erfüllen muss. Danach begeben Sie sich auf die Suche. Natürlich können Sie anhand Ihrer Kriterienliste andere Unternehmer befragen, zusätzlich können Sie aber auch im Internet recherchieren, denn mittlerweile haben die meisten Steuerberater bereits eine eigene Webseite. Geben Sie hierzu einfach in Google Steuerberater plus Ihren zukünftigen Unternehmenssitz ein. Danach schauen Sie sich an, ob der jeweilige Steuerberater beispielsweise Unternehmensberatungen und eine kaufmännische Unterstützung anbietet. Führt er Referenzen von Kunden an, die Sie dann eventuell befragen könnten? Wie ist der Gesamteindruck? Stellt er zusätzliche Informationen bereit, etc…

 

Selbständige Buchhalter

 

Alternativ zum Steuerberater können Sie sich an einen selbständigen Buchhalter wenden. Hier ist vor allem zwischen reinen Buchhaltern und Bilanzbuchhaltern zu unterscheiden. Letztere dürfen auch Jahresabschlüsse erstellen. Prinzipiell werden Sie sich vor allem dann an einen selbständigen Buchhalter / Bilanzbuchhalter wenden, wenn Sie in wirtschaftlichen Belangen selbst ganz gut drauf sind und Sie nur Ihre Buchhaltung / Jahresabschlusserstellung auslagern. Allerdings gibt es sicherlich auch bereits selbständige Buchhalter, die selbst wirtschaftliche Unterstützung anbieten.

 

Ein Unterschied zum Steuerberater ist vor allem der, dass die Berechtigungen von Buchhaltern und Bilanzbuchhaltern geringer sind. Beispielsweise darf der Bilanzbuchhalter nur bis zu bestimmten Umsatzgrenzen einen Jahresabschluss erstellen. Auch darf Sie steuerlich nur ein Steuerberater „vertreten“ und beraten.

 

Rechtsanwälte, Patentanwälte und Notare

 

Einen Notar werden Sie vor allem bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft benötigen.

 

Einen Rechtsanwalt benötigen Sie zumeist nicht bei der Gründung eines Unternehmens. Sehr oft glauben Gründer beispielsweise, dass Sie zur Erstellung eines Gesellschaftsvertrages einen Rechtsanwalt benötigen. Dies kann aber auch Ihr Notar übernehmen, den Sie sowieso benötigen. Dadurch, dass er gleich alles übernimmt, steigen Sie meist günstiger aus.

 

Unser Tipp: Ziehen Sie jedoch auch Ihren Steuerberater bei der Ausformulierung des Gesellschaftsvertrages bei. Dieser achtet vor allem auf abgabenrechtliche Auswirkungen der Formulierungen, auf die der Notar eventuell nicht achtet.

 

Patentanwälte sind vor allem bei innovativeren Gründungen relevant. Diese melden dann Patente, Gebrauchsmuster bzw. Marken an (siehe auch: „Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 12: Schutz von Erfindungen, Marken und Designs“ vom 3. September 2009). Alternativ hierzu können Sie auch einen Rechtsanwalt beispielsweise mit der Markenanmeldung anstatt eines Patentanwaltes betrauen. Allerdings stellt sich hier oft die Frage, ob dieser wirklich das nötige Know-how besitzt.

 

 

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