Neujahrsvorsätze und ihre Einhaltung

Haben Sie sich auch fürs neue Jahr für Ihr Unternehmen (oder auch privat) so einiges vorgenommen? Sind Sie jetzt noch immer auf Kurs oder haben Sie Ihre Ziele bereits wieder über Bord geworfen?

 

Falls zweites zutrifft, dann finden Sie sich ganz sicher in sehr guter Gesellschaft. Meist ist von den guten Vorsätzen zu Jahresbeginn bereits Mitte Jänner nichts mehr zu erkennen.

 

Doch was sind die Gründe hierfür? Hier einige Punkte, die ich als Gründe ausgemacht habe (vor allem weil diese Punkte auch auf mich zutreffen):

 

1. Man möchte viel zu viel auf einmal

 

Man erkennt ein Problem, möchte es zum besseren verändern und nimmt sich viel zu viel vor. Dann kommt der Arbeitsstress nach den Feiertagen und man hat nicht genügend Zeit seinem hochtrabenden Ziel näherzukommen. Da es so hochgesteckt ist und man ohnehin nur wenig Zeit zu dessen Erreichung hat, wird es kurzerhand wieder verworfen. Besser wäre es hier in jedem Fall sich kleinere Ziele zu setzen, diese aber dann konsequent zu verfolgen. Hat man dieses Ziel erst einmal erreicht, kann man ja durchaus ein neues, größeres Ziel anvisieren. Es ist auch keineswegs festgeschrieben, dass man sich Jahresziele setzen muss. Man kann auch Ziele nur bspw. für den Jänner setzen und verfolgen.

 

2. Man versteift sich zu sehr auf Ziele und denkt nicht genug an die dahinterliegenden Maßnahmen

 

Ziele sind ganz sicher wichtig. Durch Ziele haben Sie selbst und Ihre Mitarbeiter etwas, auf das Sie konsequent hinarbeiten können und das Ihre Motivation hoffentlich hoch hält. Trotzdem sollten Sie bereits bei der Definition Ihrer Ziele auf die dahinterliegenden Maßnahmen denken. Ist ein Ziel sowieso auch ohne die Setzung zusätzlicher Maßnahmen zu erreichen, dann ist es kein wirkliches Ziel sondern nur eine Prognose der zukünftigen Entwicklung. Ziele zeichnen sich dadurch aus, dass man diese nur dann erreichen kann, wenn man dafür zusätzlichen Aufwand betreibt. Planen Sie also geeignete Maßnahmen, überlegen Sie, ob die Fülle an geplanten Maßnahmen realistischerweise zu bewältigen ist (ansonsten ist das Ziel zu hoch gesteckt, siehe Punkt 1.) und weisen Sie jeder Maßnahme einen hierfür Verantwortlichen zu. Ist nämlich niemand für eine Maßnahme verantwortlich, dann können Sie auch nicht damit rechnen, dass diese ausgeführt wird.

 

3. Man macht sich und den Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit der Ziele nicht bewusst.

 

Ein Gehirnforscher namens Gerhard Roth sagte einmal, dass sich das Gehirn immer frage, was es für eine Verhaltensänderung als Gegenleistung bekomme. Gäbe es darauf keine Antwort, dann würden Menschen sich nun mal nicht ändern. Was bedeutet das jetzt für Sie und Ihr Unternehmen? Ganz einfach: Sie müssen sich zuerst einmal selbst bewusst machen, wieso Sie bestimmte Ziele verfolgen möchten. Indem Sie die genauen Beweggründe kennen, schaffen Sie es erst, die Erreichung der Ziele wirklich zu wollen und nur so sind Sie bereit, die nötigen Anstrengungen zur Zielerreichung aufzubieten. Denn Ihr Unterbewusstsein wird sich ständig fragen, ob das Ziel die Mühen überhaupt wert ist. Sammeln Sie daher unbedingt alle guten Gründe für ein anzuvisierendes Wunschziel – und halten Sie diese vor allem auch schriftlich fest! Hören Sie hier aber nicht auf, sondern machen Sie die Gründe auch Ihren Mitarbeitern klar! Denn auch diese werden nur dann hinter den Zielen stehen und diese verfolgen, wenn Sie von der Sinnhaftigkeit derselben vollends überzeugt sind.

 

4. Es werden keine guten Gewohnheiten im Unternehmen etabliert.

 

Eigentlich hängt dieser Punkt eng mit dem Punkt 2 zusammen – mit den Maßnahmen. Der einzige Unterschied ist lediglich der, dass Gewohnheiten eben regelmäßig ausgeführt werden, die Maßnahmen werden demnach zur Gewohnheit. Genau das sollte Ihr Ziel sein. Beginnen Sie also noch heute damit, eine (nur eine) gute Gewohnheit in Ihrem Unternehmen zu etablieren, durch die Sie Ihren Zielen ein Stück näher kommen. Haben Sie selbst und Ihre Mitarbeiter die Maßnahme dann zur Gewohnheit gemacht, dann können Sie daran gehen und eine zweite Gewohnheit in Ihrem Unternehmen einpflanzen. Widerstehen Sie unbedingt der Versuchung, zu viel auf einmal erreichen zu wollen, das ist meist der sichere Weg alle Ziele gleich wieder zu verwerfen (siehe Punkt 1).

 

 „Hast du es eilig, gehe langsam.“
                                    
                               Lothar J. Seiwert

 

 

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