Erfolg ist nicht gleich Erfolg!

Die meisten Selbständigen – zuweilen auch viele Unselbständige – haben jede Menge Ratschläge für den Neugründer bereit. „Tue jenes und mache dieses und du wirst Erfolg haben“, heißt es da.

 

Auch wenn diese Ratschläge in den meisten Fällen durchaus gut gemeint sind, so wird trotz allem nicht bedacht, dass jeder seinen Erfolg anders definiert.

 

Für den einen mag Erfolg bedeuten, dass sein Unternehmen zügig wächst und gedeiht, er viele Mitarbeiter beschäftigt, sich eventuell in der Gemeinde engagiert und aus möglichst vielen Zeitungen lacht. Dieser Typ von Unternehmer sieht sich dann als erfolgreich, wenn er möglichst viel Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit erfährt, bekannt ist und bewundert wird für sein unternehmerisches Geschick – die Höhe der Gewinne ist eigentlich nur zweitrangig.

 

Für den anderen mag aber gerade die Gewinnerzielungsabsicht der größte Antrieb für die Selbständigkeit sein. Denn gerade als Selbständiger ist die Höhe der möglichen Gewinne – zumindest theoretisch – unbegrenzt. Dieser Unternehmertyp macht sich wenig aus öffentlicher Anerkennung. Hauptsache ist, dass der Gewinn stimmt.

 

Ein anderer Gründer wiederum pfeift sowohl auf öffentliche Anerkennung und auch auf möglichst hohe Gewinne. Er möchte schlichtweg von seiner Arbeit gut leben können, Spaß haben und unabhängig sein. Es gibt sicher noch viele andere Gründertypen, von denen jeder seinen Erfolg anders definiert.

 

Doch warum schreibe ich diese Zeilen? Ganz einfach! Es stört mich einfach, wenn jemand seine Sicht der Dinge auf andere projiziert und danach bewertet ob sie erfolgreich als Unternehmer sind oder nicht. Nicht jeder möchte viele Mitarbeiter beschäftigen – viele möchten sogar gar keine Mitarbeiter – und nicht jeder braucht einen 7er BMW um sich gut zu fühlen.

 

Interessantes hierzu habe ich im Standard vom 17. Oktober entdeckt. Da ging es um einen Unternehmer, der nach gängigen Begriffen sehr erfolgreich unterwegs war. Er erzielte hohe Umsätze und dadurch auch hohe Gewinne und beschäftigte wahrscheinlich auch viele Mitarbeiter. Er wohnte in einer Traumvilla und fuhr sicher auch große Autos. Doch irgendwann erkannte er, dass er damit gar nicht zufrieden ist. Er gründete eine Non-Profit-Organisation (NPO) in die er seine gesamten Ersparnisse steckte. Er verkaufte auch seine Firma und sogar seine Villa und zog stattdessen in eine kleine Wohnung. Von nun an möchte er von € 1.500 im Monat leben. Er ist glücklich damit. Wenn seine Ideen und die Ziele seiner NPO aufgehen, dann wird er sich sicher auch als erfolgreich sehen.

 

 

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