Sinn und Unsinn von Jahresplanungen

Man hört vielerorts, dass eine detaillierte Jahresplanung mit Plan-Gewinn-und-Verlustrechnung, Plan-Bilanz und Cashflowplanung wichtig für den Erfolg im nächsten Jahr sei.

 

So wird man häufig nicht müde zu erklären, dass man mit Finanzplanung die Kosten in den Griff bekommt und auch höhere Umsätze möglich werden, da die Ziele durch die Planung erst verbindlich werden und man bei kurzfristigen Abweichungen sofort einschreiten kann.

 

Das Problem mit den Jahresplanungen

 

Da ist jedoch dann meist der sprichwörtliche Hund begraben: Die meisten können nämlich nicht kurzfristig eingreifen, denn das würde ja bedeuten, dass die Jahresplanung

 

1.      auf kürzere Zeiträume herunter gebrochen wurde (quartalsmäßig oder sogar monatlich)

 

2.      regelmäßig auf deren Zielerreichung hin kontrolliert wird (und zwar ebenfalls quartalsmäßig oder gar monatlich)

 

Doch nur wenige Unternehmen in Österreich – vor allem die Klein- und Kleinstbetriebe – tun sich das wirklich an. Da aber Planung ohne Kontrolle im Prinzip sinnlos ist, könnten sie sich diese im Grunde gleich sparen (außer die Planung wurde z.B. für die Bank zur Kreditvergabe benötigt).

 

Doch was ist der Grund für die dann vernachlässigte Kontrolle?

 

Ich glaube, dass

 

  • viele Berater das Ausmaß der Planung nicht an das Unternehmen und vor allem an den handelnden Unternehmer anpassen. Es wird intern beim Berater festgelegt, wie er eine solche Jahres- oder Mehrjahresplanung gestaltet und das zieht er dann genau so bei jedem seiner Klienten durch – egal ob es sich dabei um ein Unternehmen mit 100 oder nur mit 5 Mitarbeitern handelt. Es ist aber wichtig, die Planung an die Notwendigkeiten anzupassen. Die Planung für ein kleines Unternehmen kann (und muss in der Regel) viel einfacher aussehen – und zwar so einfach, dass der dahinter stehende Unternehmer damit auch etwas anfangen kann und diese bereit ist, zu nutzen und umzusetzen.
  • dem betroffenen Unternehmer meist auch der Sinn für die Notwendigkeit fehlt. Der Planung hat er entweder nur zugestimmt, weil diese ihm der Berater eingeredet hat oder weil er sie für die Bank gebraucht hat. Möglich wäre auch noch, dass das Unternehmen bereits in ernsthaften Schwierigkeiten steckt und er die Probleme an einen externen Berater abwälzen wollte. Nur leider funktioniert es so nicht – die Verantwortung liegt letztlich immer beim Unternehmer selbst, sowohl was die Umsetzung der Maßnahmen als auch die Kontrolle der Planzahlen betrifft (wobei Sie natürlich Ihr Steuerberater oder Buchhalter dabei unterstützen kann).

 

Wieso Planung wichtig sein kann, sowie wie Sie die Planung für Ihr Unternehmen am besten angehen, erfahren Sie in späteren Artikeln …

 

Den Aufbau eines einfachen Controllingsystems können Sie bereits in meinem Artikel „Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 9: Behalten Sie den Überblick“ vom 27. Juni 2009 nachlesen.

 

 

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