Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 11: Mitarbeiterauswahl und –führung

Auch wenn viele Unternehmer zunächst alleine starten, so kommt meist irgendwann die Zeit, wo ein Mitarbeiter eingestellt werden muss. Doch passieren dabei zumeist erhebliche Fehler – vor allem in der Einschulung des neuen Mitarbeiters.

 

Das häufigste zu beobachtende Szenario ist in etwa folgendes:

 

Der Unternehmer hat sich bislang selbst um alles gekümmert. Einzig bei der Werbung und in der Büroadministration haben ihn die Familienmitglieder hier und da etwas unterstützt. Nun ist die Auftragslage mittlerweile so hoch, dass er damit alleine nicht mehr fertig wird und im Eiltempo einen neuen Mitarbeiter (womit natürlich sowohl Frauen als auch Männer angesprochen sind) einstellt. Der neue Mitarbeiter machte beim Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck, nur leider Berufserfahrung hat er noch keine vorzuweisen; aber das braucht er auch nicht.

 

Da der Chef aber mittlerweile in Arbeit förmlich untergeht – und seine Arbeitswoche bereits die 60 Stunden erreicht hat – fällt eine groß angelegte Einschulung des neuen Mitarbeiters natürlich aus. Der Chef denkt sich jedoch, dass das ja überhaupt kein Problem darstellen kann, denn wie er damals ins Berufsleben eingestiegen ist, wurde er ja auch „ins kalte Wasser geschmissen“. Einschulung ist auch damals ausgefallen – und er hat sich trotzdem irgendwie durchgebissen.

 

Doch nach einer Weile empfindet der Arbeitgeber, dass er irgendwie nicht so recht von der neuen Arbeitskraft entlastet wird. Ständig kommen Fragen vom neuen Mitarbeiter. Die Beantwortung dieser zahlreichen Fragen kostet so viel Zeit, dass sich der Chef denkt, er könne im Prinzip gleich die ganze Arbeit wieder selbst übernehmen. Anscheinend ist die junge Generation nicht dazu in der Lage, selbstverantwortlich zu arbeiten. Deshalb entschließt er sich, die wichtigen Arbeiten wieder selbst zu machen, denn dann kann er immerhin sicher sein, dass die Arbeit auch in der gewünschten Form erledigt wird. Vom neuen Mitarbeiter werden fortan nur noch einfache Schreibarbeiten erledigt.

 

Da der neue Mitarbeiter vom Grundtypus aber ein wissbegieriger Mensch ist und dazulernen möchte, ist er bald unzufrieden mit seiner Arbeit und beginnt, sich nach einer neuen Aufgabe umzusehen. Die Chancen etwas Gutes zu finden stehen ja nun auch besser als beim letzten Mal, denn nun hat der Mitarbeiter ja schließlich bereits eine gewisse Arbeitserfahrung nachzuweisen. Als er etwas gefunden hat, kündigt er kurzerhand. Der Arbeitgeber ist ganz verwundert über diesen Schritt und fühlt sich erst recht in seiner Ansicht bestätigt, dass die heutige Jugend arbeitsmäßig einfach nicht mehr so viel taugt wie früher.

 

Ich glaube dieses Szenario kommt in der Praxis relativ häufig vor. Der Grund liegt meiner Meinung nach ganz einfach darin, dass unerfahrene Mitarbeiter in der Anfangszeit ganz einfach eine gewisse Einschulung brauchen. Eine gute Einschulung kostet zumeist sogar weniger Zeit, als wenn der neue Mitarbeiter wegen jeder Kleinigkeit fragen kommen muss.

 

Nehmen Sie sich also die Zeit – der Mitarbeiter wird Ihnen das in Form erhöhter Motivation in der Regel zurückzahlen. So fühlt sich der neue Mitarbeiter auch ernst genommen und respektiert – und vor allem: es passieren viel weniger Fehler.

 

 

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