Die professionelle Gestaltung des Businessplans, 1.Teil: Grundregeln

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Banken für größere aber auch mitunter kleinere Gründungsvorhaben einen Businessplan vom Gründer verlangen. Der Businessplan ist somit quasi zur Grundvoraussetzung für die Gründungsfinanzierung geworden.

 

Das hat auch einen bzw. mehrere gute Gründe, denn die Erstellung des Businessplanes bietet eine Reihe von Vorteilen (siehe auch: „Der Businessplan als Steuerungsinstrument“ vom 1. Mai 2009).

 

Grundregeln: darauf kommt es vor allem an:

 

1. Aufeinander aufbauend: Der Businessplan besteht aus einem Textteil und einem auf diesem aufbauenden Zahlenteil. Dazu muss natürlich der Textteil auf den Zahlenteil hinführen – der Businessplan muss also in sich schlüssig sein. Alles im Textteil beschriebene muss sich daher bei den geplanten Erfolgs-, Liquiditäts- und Vermögenszahlen des Unternehmens auswirken – ansonsten verliert der Businessplan seine Glaubwürdigkeit. Für den Leser des Businessplans – was vor allem Bankmitarbeiter und Mitarbeiter der Förderstelle sein werden – sollte alles  genauestens nachvollziehbar sein. Denken Sie also vor allem daran, dass Sie bei jeder Änderung die Sie vornehmen, diese sowohl im Textteil als auch im Zahlenteil vornehmen.

 

2. Argumentation der Tragfähigkeit: Beim Schreiben des Businessplans sollten Sie durchgängig darauf achten, die Tragfähigkeit Ihres Geschäftsmodells herauszustreichen. Dazu sollten Sie sich bei jedem Punkt, den Sie beschreiben möchten, fragen, ob dieser Punkt dazu beiträgt, den Adressaten von der Tragfähigkeit und Gewinnträchtigkeit des Geschäftsmodells zu überzeugen.

 

3. Ausrichtung auf die Zielgruppe: Zuerst sollten Sie natürlich mit dem Textteil beginnen. Bei der Ausarbeitung desselben sollten Sie vor allem bedenken, dass nicht jeder Leser Ihres Businessplans die gleichen Hintergrundinformationen und das gleiche Wissen über die jeweilige Branche hat wie Sie – vor allem wenn es sich um ein innovativeres Gründungsvorhaben handelt. Holen Sie dazu am besten eine unabhängige Meinung von jemandem ein, der nicht in derselben Branche tätig ist.

 

4. Vermeidung von Verwirrung: Verwenden Sie bei der Ausarbeitung des Businessplans am besten nicht zu viele Synonyme, da dies den nicht fachkundigen Leser mitunter verwirren kann. Nehmen Sie stattdessen lieber Wiederholungen in Kauf, wenn dies das Verständnis Ihres Vorhabens fördert. Auch sollten Sie schwammige Formulierungen und Andeutungen im Businessplan vermeiden.

 

5. Achten Sie auf die Aufmachung: Viele glauben, dass Banken Ihre Entscheidungen ausschließlich auf rationale Argumente stützen. Dazu kann ich Ihnen aber nur sagen, dass die handelnden Personen immer Menschen sind, und diese handeln – zumindest zum Teil – gefühlsmäßig. Besticht Ihr Businessplan von Vornherein durch eine ansprechende Aufmachung, haben Sie einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Zur wichtigen Aufmachung zählen vor allem das Deckblatt und die ansprechende und übersichtliche Formatierung des Textteils.

 

6. Malen Sie nicht alles zu rosig: Insbesondere Banken achten auf die Risiken Ihres Projekts. Was ja auch verständlich ist, denn Banken haben nichts von hohen Gewinnaussichten, da Sie an diesen nicht partizipieren. Hingegen können Sie alles verlieren, wenn Risiken schlagend werden. Deshalb legen Banken in der Regel großen Wert darauf, dass Sie Ihre eigenen Schwächen und Risikopotentiale erkennen und bewerten können. Und vor allem: stellen Sie Ihren Zahlenteil realistisch und nicht zu optimistisch dar. Wenn Ihnen die Bank die geplanten Zahlen nicht abnimmt, ist die Sache hoffnungslos.

 

7. Businessplan ist nicht gleich Businessplan: Je nach Komplexitätsgrad Ihres Gründungsvorhabens wird auch der Seitenumfang und Detaillierungsgrad Ihres Businessplans variieren. Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob Sie ein kleines Dienstleistungsunternehmen oder aber ein Produktionsunternehmen in der Technologiebranche gründen.

 

 

Weiter zu Teil 2: Aufbau des Businessplans

 

 

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