04.07.2009
11:00

Warum scheitern so viele Gründungen?

Laut der Statistik Austria werden immer mehr Ein-Personen-Unternehmen gegründet – diese sind jedoch auch Spitzenreiter bei den Unternehmensschließungen.

 

Es zeigt sich in Österreich immer wieder, dass jene Wirtschaftsbereiche mit hohen Gründungsraten auch überdurchschnittliche Schließungsraten in den Folgejahren aufweisen. Doch warum ist das so? Ich erlaube mir jetzt einfach einen Grund zu nennen, der meiner Meinung nach der Hauptgrund dafür ist: eine durch die Bank schlechte Gründungsvorbereitung fast aller angehenden Unternehmer in Österreich.

 

Die Gründungsvorbereitung ist ganz einfach die zentrale Phase im Rahmen der Existenzgründung. Wieso? Es ist um einiges leichter eine Geschäftsidee im vorhinein auf Markttauglichkeit, Kundennutzen etc. zu überprüfen, ein Team sich ergänzender Personen zusammenzustellen, sich Gedanken über die Finanzierung des Projekts zu machen, als diese Aufgaben während des „laufenden Motors“ eines bereits am Markt bestehenden Unternehmens durchzuführen. Nicht selten sieht nämlich dann die Realität so aus, dass sich der Unternehmer aufgrund von Verpflichtungen des Tagesgeschäfts nicht mehr für wirklich wichtige Entscheidungen freispielen kann. Es sind wichtige Termine und Deadlines einzuhalten, und wenn einmal Zeit bleibt zwischendurch, dann hat man etwas anderes im Kopf als sich um Strategie und dergleichen zu kümmern.

 

Man arbeitet also vor allem im Unternehmen und nicht am Unternehmen. Gerade vor der Gründung hat man aber die Zeit am Unternehmen zu arbeiten. Es sind in dieser Phase noch keine Kundentermine einzuhalten und es gibt auch noch keine Mitarbeiter, die einem um Rat fragen. Trotzdem treten in der Zeit vor der Gründung in der Regel enorme Versäumnisse auf. Gerade Ein-Personen-Gründungen legen wenig Wert auf eine gute Gründungsvorbereitung. Gerade wegen der geringen Größe und Komplexität des Unternehmens wird einer guten Vorbereitung kein allzu großer Wert zugesprochen.

 

Vor allem drei Bereiche der Gründungsvorbereitung werden dabei immer wieder vernachlässigt:

 

  • Es wird kein Geschäftskonzept ausgearbeitet, das zur Markt- und Konkurrenzsituation passt (sondern einfach nur darauf losgearbeitet)
  • Der Unternehmer ist im Grunde keiner und holt sich trotzdem keine professionelle Hilfe von außen, sondern will lieber alles selbst machen
  • Schlechte Finanzierungsstruktur, vor allem ein viel zu geringes Eigenkapital in der Startphase

 

Es geht also um die drei zentralen Bereiche – sozusagen um das Erfolgsdreieck – bei der Unternehmensgründung: das Geschäftskonzept, die persönlichen Voraussetzungen und die finanziellen Voraussetzungen (siehe auch: "Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 1: Grundsätzliches" vom 15. März 2009)

 

 

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