Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 9: Behalten Sie den Überblick

Die von vielen Unternehmern gewählte Strategie der „Unternehmensführung“ ist das allseits beliebte „Management by Kontostand“. Die einzige Kontrolle, ob es dem Unternehmen gut geht oder nicht, ist dabei der Blick auf den momentanen Kontostand.

 

Es liegt natürlich auf der Hand, dass dieses Vorgehen nicht der Wahrheit letzter Schluss sein kann, vor allem nicht in Betrieben, die schon etwas aufwändiger strukturiert sind und auch jede Menge Mitarbeiter beschäftigen. Es ist natürlich vorteilhaft, wenn man den Kontostand stets im Blickfeld hat, und es vor allem in guten Zeiten vermeidet, ins Minus zu rutschen, damit man in schlechteren Zeiten nicht gleich Zahlungsschwierigkeiten bekommt. Somit erhält man sich nämlich einen gewissen Risikopuffer, mit dem man solch schwierige Zeiten leichter durchstehen kann.

 

Doch sollte es mit dem Blick auf den Kontostand nicht getan sein. Natürlich werden jetzt viele einwenden, dass ein aufwändiges Controlling in einem Kleinunternehmen nicht zielführend ist. Sie haben recht, doch ein solches Controlling muss auch gar nicht aufwändig sein – es sollte sogar unbedingt an die Größe und Komplexität des Unternehmens angepasst werden. Kleinere Unternehmen haben einfach nicht das gleiche Informationsbedürfnis wie die „Großen“.

 

Was Unternehmen jeder Größe unbedingt neben dem Kontostand beachten – und in regelmäßigen Abständen ermitteln sollten – sind die momentane Auftragslage (also bereits eingegangene Bestellungen und laufende Projekte) und der momentane Stand an Anfragen (also Kundenanfragen, die noch nicht zu Auftragserteilungen geführt haben, sondern lediglich Interesse gezeigt haben einen Auftrag zu erteilen). An diesen beiden Kennziffern können Sie nämlich leicht ablesen, wie sich der Umsatz in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Vor allem eine im Zeitablauf abschwächende Auftragslage muss die Alarmglocken läuten lassen. Dabei werden Missstände und damit zukünftige Umsatzrückgänge viel früher erkannt als durch den Blick auf den Kontostand, denn am Kontostand sieht man nur mehr die Auswirkung – es ist also eine nachgelagerte Kennzahl. Die Aufträge als Kennzahl sind dem Kontostand jedoch vorgelagert; noch weiter vorgelagert sind die Anfragen – hier lässt es sich noch besser und vor allem frühzeitiger reagieren.

 

Den Bewegungen am Kontostand am längsten vorgelagert ist aber die Kundenzufriedenheit, daher sollten Sie auch diese im Auge behalten - vor allem sollten Sie Änderungen der Zufriedenheit im Zeitablauf beobachten. Doch natürlich müssen Sie dabei keine aufwändigen Fragebögen verschicken, ich glaube sogar, dass dies gar nicht zielführend wäre (schon allein wegen der geringen Rücklaufquoten). Achten Sie lieber mehr auf Kundenbeschwerden, notieren Sie diese - und vor allem - nehmen Sie diese ernst. Nur ein kleiner Anteil Ihrer Kunden wird sich überhaupt beschweren, die anderen werden einfach den Anbieter wechseln. Seien Sie also dankbar für jede Beschwerde, denn so können Sie sich gezielt in den jeweiligen Problembereichen verbessern und damit sicherstellen, dass Ihre Kunden auch in Zukunft noch bei Ihnen kaufen werden.

 

Daneben sollten Sie die Buchhaltung nicht nur als nach außen gerichtetes Instrumentarium der Ermittlung des Erfolgs und damit der Steuerbelastung sehen. Sie sollten die Buchhaltung vielmehr zur Führung Ihres Unternehmens nützen. Das Mittel zur Wahl sind dabei die Auswertungen aus der Buchhaltung, die Ihnen bereits Ihr Steuerberater liefert. Gemeint sind dabei die sogenannte Saldenliste, Offene-Posten-Liste und die Kurzfristige Erfolgsrechnung. Wenn Sie mit diesen Dingen nicht so vertraut sind, dann lassen Sie sich diese von einem Mitarbeiter Ihrer betrauten Steuerberatungskanzlei erklären. Besonders aussagekräftig kann hierbei der Vergleich mit dem Vorjahr sein, den man auf einer Kurzfristigen Erfolgsrechnung leicht ersehen kann (sofern es bereits Vorjahreszahlen gibt, was bei Gründern leider noch nicht der Fall ist).

 

Eine etwas kompliziertere Maßnahme ist dann noch die Finanzplanung oder auch genannt Budgetierung. Hierbei wird zumeist das nächstkommende Jahr in Zahlen geplant – und hoffentlich monatlich ein sogenannter Soll-Ist-Vergleich erstellt (ohne Kontrolle ist jede Planung sinnlos). Bei Abweichungen kann dann kurzfristig schnell reagiert und es können Maßnahmen eingeleitet werden, um wieder auf Kurs zu kommen.

 

Sie sehen also eines: Controlling muss nicht unbedingt recht aufwändig und kompliziert sein, trotzdem bringt es Ihrem Unternehmen mehr Sicherheit und Stabilität.

 

 

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