Erfolgreiche Unternehmensgründung, Teil 8: Risikoabsicherung

Unternehmensgründer gehen mit Ihrer Geschäftstätigkeit ein mitunter nicht unwesentliches Unternehmerrisiko ein. Ein guter Unternehmer ist daher in erster Linie bestrebt, Risiken im Unternehmen so weit es geht aus dem Weg zu gehen und abzusichern.

 

Neben dem allgemeinen Unternehmerrisiko sollte man vor allem die folgenden Risiken bedenken, denen man als Unternehmer ausgesetzt ist:

 

Existenzielle Risiken


Es gibt eine Reihe existenzieller Risiken, deren Absicherung Sie zumindest überdenken sollten. Es sind dies vor allem Haftpflichtschäden, eine eintretende Berufsunfähigkeit, Krankheit, ein Unfall und der tragische Fall des plötzlichen Ablebens. Diese Risiken können Sie leicht mit Hilfe von Versicherungen abdecken – natürlich kostet Sie das eine regelmäßige Prämie. Ein Schutz sollte aber zumindest überlegt werden. Ein Erfordernis, sich für die genannten Risiken abzusichern, wird vor allem von Ihren persönlichen Verhältnissen abhängen. Wenn keine Familie von Ihnen abhängig ist, brauchen Sie auch keine Ablebensversicherung (außer vielleicht für einen Kredit, weil es die Bank von Ihnen verlangt). Besprechen Sie am besten Ihre Situation mit einem Experten.

 

Letztlich laufen alle Unternehmer auch Gefahr, alles oder einen Teil des investierten Geldes bei schlechtem Unternehmensverlauf im Rahmen einer Insolvenz zu verlieren. Es gibt jedoch auch hier Wege, vor allem das existenzielle Risiko, dass man privat belangt wird, zu reduzieren. Eine gute Möglichkeit stellt beispielsweise ein Belastungs- und Veräußerungsverbot dar, somit hat die Bank keine Möglichkeit, die private Liegenschaft ohne Zustimmung des Ehepartners zu verwerten. Auch kann die Gründung einer Kapitalgesellschaft wie z.B. einer GmbH haftungsrechtliche Vorteile gegenüber einer Personengesellschaft bringen. Doch Achtung: im Falle von Kreditaufnahmen wird hier die Bank Sicherheiten verlangen, wodurch die beschränkte Haftung dann nur noch theoretischer Natur ist.

 

Vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten


Die einzige Kontrolle vieler Unternehmer, ob sie Erfolg haben oder nicht, ist der Blick auf den Kontostand. Ist ein hohes Plus am Kontostand zu finden, werden Rechnungen bezahlt und es wird investiert. Rutscht der Kontostand allerdings ins Minus, ist man ratlos. Diese Vorgehensweise ist für die Beurteilung des Erfolgs und die Führung eines Unternehmens denkbar ungeeignet. Dies mag vielleicht noch im Privatleben funktionieren, doch im Betrieb stößt man damit an seine Grenzen – ein Unternehmen ist natürlich um ein vielfaches komplexer. Um Ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern, empfehlen sich folgende Maßnahmen:

 

  • Versuchen Sie, Anzahlungen beim Kunden durchzusetzen
  • Rechnungen sofort nach Ausführung der Leistung schreiben
  • Stellen Sie Zwischenrechnungen bei größeren Vorhaben
  • Offene Rechnungen einmahnen
  • Sehr lange offene Rechnungen einklagen
  • Überprüfen der Bonität des Kunden bei größeren Aufträgen
  • Kontokorrentkredit kurzfristig ausweiten (damit die Zinsbelastung geringer ist als bei Überziehung des Rahmens)
  • Umschuldung von Kontokorrentkredit auf Investitionskredit (vor allem längerfristige Investitionen sollten nicht per Kontokorrentkredit finanziert werden)
  • Nützen Sie den Kontokorrentkredit in guten Zeiten nicht voll aus
  • Verhandlungen über einen Zahlungsaufschub beim Lieferanten
  • Fristenkongruent finanzieren (Langfristige Vermögensgegenstände müssen durch langfristiges Kapital gedeckt sein, also durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital)
  • Entgehen Sie der „Abgabenfalle“ durch zu hohe Privatentnahmen (siehe "Liquiditätsprobleme durch Steuerlawine vom 22. April 2009, News Steuern und Recht)
  • Stellen Sie einen Ein- und Auszahlungsplan für die jeweils nächsten drei Monate auf (stellen Sie diesen eher etwas pessimistischer dar um über einen Risikopuffer zu verfügen)
  • Analysieren Sie Ihre Kunden und vor allem Ihre Produkte anhand des mit ihnen erzielten Deckungsbeitrages (Umsatz minus variable Kosten). Denn: nicht der Umsatz bringt den Erfolg, sondern das, was übrigbleibt vom Umsatz.

 

Gesundheitliche Risiken


Der typische Unternehmer in Österreich ist aber auch höheren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt als der typische Arbeitnehmer. Eine auf Dauer angelegte 60-Stunden-Woche ist nicht gerade als gesundheitsfördernd zu erachten, trotzdem ist sie oftmals Realität. Doch das muss gar nicht sein. Machen Sie sich unabhängiger von Ihrem Unternehmen, indem Sie vor allem alltägliche Dinge an Mitarbeiter weitergeben. Kümmern Sie sich lieber um die wirklich wichtigen Dinge im Unternehmen. Hierbei kann es helfen, an die berühmte Pareto-Regel zu denken. 20 Prozent der Aufgaben bringen 80 Prozent des Erfolges!

 

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