Private Versicherungen: Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Ablebensrisikoversicherung

Im heutigen Teil zur Gastartikelserie „Vorsorgemanagement für Selbständige und Existenzgründer“ widmen wir uns drei weiteren nützlichen Versicherungsmöglichkeiten, nämlich der Berufsunfähigkeits-, der Unfall- und der Ablebensrisikoversicherung.

 

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

 

Immer mehr Menschen können aus gesundheitlichen Gründen (wegen Krankheit oder Unfall) ihren Beruf bzw. ihre Selbständigkeit nicht mehr bis zur Alterspension ausüben. Durch die Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es eine Möglichkeit dagegen vorzusorgen. In Deutschland ist die Berufsunfähigkeitsversicherung schon weit verbreitet, in Österreich leider noch nicht.

 

Ob Angestellter oder Selbständiger, durch die sehr geringe staatliche Leistung im Falle einer Berufsunfähigkeit (insbesondere noch in jungen Jahren), kommt es meist zu einer großen Einkommenslücke. Diese führt dann natürlich – da die monatlichen Fixkosten weiterlaufen – mitunter zu enormen finanziellen Problemen, noch dazu wenn auch sonst nichts angespart wurde.

 

Eine private Berufsunfähigkeitsvorsorge kann diese Einkommenslücke ganz oder wenigstens zum Teil schließen. Sie kann als Zusatz zu einer Lebensversicherung oder Pensionsvorsorge oder aber sinnvollerweise eigenständig abgeschlossen werden mit einer monatlichen Pensionszahlung bis zum Vertragsende.

 

 

Unfallversicherung

 

Jahr für Jahr ereignen sich in Österreich nicht weniger als hunderttausend Unfälle mit steigender Tendenz, insbesondere bei den Freizeitunfällen. Die Woche hat 168 Stunden, davon sind wir nur durchschnittlich 40 bis 45 Stunden durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, in den restlichen Stunden wie in unserer Freizeit, im Urlaub, sowie an Feiertagen leider nicht.

 

Daher sollte unbedingt eine vernünftig hohe private Unfallinvaliditätsversicherung abgeschlossen werden - noch dazu kosten diese Versicherungen nicht mehr sehr viel an Prämie im Jahr (ein Vergleich durch einen unabhängigen Makler wird sich für Sie sicherlich lohnen).

 

Die Höhe sollte unserer Meinung nach so abgeschlossen werden, dass bei 50 %iger Invalidität bereits alle Kredite abgedeckt werden können und insgesamt gesehen auch ein mehrfaches Jahreseinkommen (je nach Familiensituation) abgesichert wird.

 

Es gibt Einzel- und Familienunfallversicherungen. Eine Leistung erfolgt nur bei festgestellter Invalidität nach einem Unfall (nicht bei Krankheit). Wir empfehlen Unfallversicherungen, die die Leistung bei Eintreten des Versicherungsfalles nicht in Rentenform, sondern als Einmalbetrag sofort leisten. Achten sie nicht nur auf die Prämie beim (empfehlenswerten) Vergleich mehrerer Unfallversicherungen, sondern auch auf die Gliedertaxe und auf die Progression (überproportionaler Anstieg der Versicherungsleistung je nach Invaliditätsgrad) des Tarifes.

 

 

Ablebensrisikoversicherung

 

Die Ablebensrisikoversicherung ist besonders wichtig für die Absicherung der Hinterbliebenen, insbesondere bei bestehenden Betriebs- oder Privatkrediten. Auch wird sie oft von Banken zur Absicherung von gewährten Krediten verlangt.

 

Auch die Ablebensrisikoversicherung sollte mindestens in Höhe eines Jahreseinkommens zuzüglich offener Kredite abgeschlossen werden um ausreichend Schutz für die Hinterbliebenen zu gewährleisten.

 

Es wäre auch möglich, mehrere Versicherungspolizzen mit unterschiedlicher Höhe und Laufzeit abzuschließen, um die einzelnen Vorsorgefälle kostengünstig und optimal auf Bedarfsdauer abzudecken.

 

Zum Beispiel könnte eine Ablebensrisikoversicherung abgeschlossen werden bis die Kinder ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder aus dem Haus sind, eine oder mehrere für die unterschiedlichen Kredite mit unterschiedlichen Laufzeiten, eine für die Absicherung des Ehepartners, usw.

 

Jedenfalls sollte eine Ablebensrisikoversicherung eigenständig abgeschlossen werden. Von einer Kombination Lebens- und Ablebensversicherung halten wir nicht viel. Auch gibt es sinnvollere Vorsorgemöglichkeiten für das Ansparen, als eine klassische Lebensversicherung.

 

Wenn sie die Prämie für ihre Ablebensrisikoversicherungen als Betriebsausgabe abschreiben, müssen sie auch damit rechnen, dass eine Ablebensleistung der Versicherung bei Ableben des Versicherten dann auch eine Betriebseinnahme ist und die Steuerbemessungsgrundlage erhöht, was auch für andere Versicherungen gilt, wie die oben genannte Unfallversicherung.

 

Wenn sie diese Versicherungen allerdings als Sonderausgabe geltend machen, dann sind die Versicherungsleistungen steuerfrei.

 

 

Ebenfalls interessant:

 

Serienübersicht zum Vorsorgemanagement

 

Voriger Teil: Betriebsbündel-, EDV- und Rechtsschutzversicherung

 

Nächster Teil: Selbständigenvorsorge & Arbeitslosenversicherung

 

 

Über den Autor

 

Alfred Grünstäudl, MAS, MBA ist selbständiger Steuerberater und Vermögensberater in Zwettl (NÖ). Nähere Informationen zum Tätigkeitsbereich und Leistungsangebot erhalten Sie auf den folgenden Webseiten:

www.wennsiesichmehrerwarten.at

www.finanz-consult.at

 

 

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